c Andres Hoffmann, www.lumas.com

Insider Berlin: Gunnar Wagner

Der Creative Director von LUMAS und ein Blick in sein altes und neues Berlin.

Markus Krennmayr
19. September, 2017

Gunnar Wagner ist gebürtiger Nordhesse, doch bereits vor 30 Jahren verschlug es ihn ins damals noch geteilte Berlin. Beim Lette Verein lies er sich zum Fotografen ausbilden, hat sich später aber auf 'die andere Seite' der Kunstwelt spezialisiert. Seit 2009 ist er bei LUMAS tätig, und verfolgte hautnah den Aufstieg der Galerie, die Standorte auf der ganzen Welt zählt. Heute ist er am Stammsitz als Group Creative Director tätig und führt uns durch sein - altes wie neues - Berlin.

In welchem Kiez sind Sie zuhause? Erzählen sie uns von Ihren liebsten Orten dort!

Im Herzen von Charlottenburg, das ja bekanntlich der Wende etwas gelitten hat, doch seit einigen Jahren auch viel Neues: wie z.B. das Bikini Haus (Budapester Str. 38-50) oder der Umzug vom C/O Berlin aus Mitte an die Hardenbergstraße, selbst die Kinos kommen zurück – ob mit dem frisch renovierten Zoo Palast oder mit dem neuen Dephi Lux. Berlin ist nun mal immer in Bewegung, jetzt zieht die Karawane endlich mal wieder Richtung Westen.

Drei Orte die ich persönlich besonders schätze: „Diptyque“ endlich nicht nur in Paris, sondern auch am Ku’Damm 193 erhältlich. Für alle, die etwas Spezielles suchen: Uhren Bischoff, eine wunderschöne Zeitreise mit herrlichen Vintage Uhren – hier scheint die Zeit still zu stehen und sie bewegt sich doch. Danach sollte man auf alle Fälle nochmal um die Ecke in die Suarezstraße abbiegen – hier findet der Vintage-, Berliner Trödel- und Antiquitäten-Fan so ziemlich alles was das Herz begehrt.

Uhren Bischoff
Pestallozzistraße 54

In der Stadt ist kulinarisch eine Menge los, welches Restaurant haben Sie kürzlich neu entdeckt?

Meine klaren Favoriten liegen zurzeit in der Kantstraße – hier ist ganz Asien kulinarisch versammelt. Vom Pho Suppenimbiss bis zum Edel-Japaner findet man hier einfach alles, z.B. das japanische Restaurant 893 RYOTEI, schön stylish und extrem gut oder das Selig mit seiner authentischen Szechuan Küche (Kantstraße 51) - bodenständig und unprätentiös. Oder auf ein perfektes Schnitzel ins Engelbecken am Lietzensee (Witzlebenstraße 31) – kein Geheimtipp, aber sehr angenehm und vor allem lecker!

893 RYOTEI
Kantstraße 135

Sie haben selbst eine Ausbildung als Fotograf absolviert. Wie hat das Ihren Blick bei der Auswahl von Künstlern und Fotografen geprägt?

Als Fotograf hat man auf „Fotografie“ natürlich einen ganz besonderen Blick.
Während meiner Zeit im LUMAS Portfolio habe ich entsprechend immer die besonders puren fotografischen Positionen geschätzt. Und wenn man dann die Chance hat einen Altmeister wie Robert Lebeck persönlich im hohen Alter kennenzulernen und mit ihm gemeinsam einiger seiner ikonenhaften Portraits zu editieren, das war dann schon eine ganz besondere Ehre!

Wen haben Sie denn für sich persönlich neu entdeckt?

Die neuen Arbeiten von Dani Olivier, die wir in diesem Herbst in unserer Vernissage Reihe „Dialogue of Light“ präsentieren. Pure Fotografie, pure Schönheit – nackte Haut inszeniert mit Licht und Schatten.

LUMAS ist mit seinen 39 Galerien mittlerweile ein Global Player am Kunstmarkt. Wie unterschiedlich sind die Geschmäcker weltweit?

Richtig, mit Mehr als 3.000 Werken von rund 250 Künstler zählt das LUMAS Portfolio heute zu den vielfältigsten und facettenreichsten Portfolios fotografischer und zeitgenössischer Kunst weltweit. Interessanterweise sind sich die Geschmäcker weltweit eigentlich doch ziemlich ähnlich. In den Wohnzimmern der Welt erhalten in der Regel doch mehr beruhigende und narrative Motive den Vorzug.

Zurück nach Berlin: An welchen Orten bekommen Sie Inspiration für Ihre Arbeit?

Ganz offen gesagt – der Platz hier wird nicht reichen um alle Ort zu nennen. Berlin an sich ist an jeder Ecke Inspiration pur. Bezüglich Fotografie: natürlich gehören das C/O Berlin (Hardenbergstraße 22-24), das Museum für Fotografie mit der Helmut-Newton-Stiftung, der Martin Gropius Bau (Niederkirchnerstraße 7) und die Berlinische Galerie (Alte Jakobstraße 124-128) zum Pflichtprogramm, gefolgt von den vielen keinen und feinen Galerien in Mitte, Kreuzberg und Charlottenburg – und natürlich von LUMAS.

Museum für Fotografie - Helmut Newton Stiftung
Jebensstraße 2

Wenn Ihre Künstler in die Stadt kommen und etwas erleben wollen, 
wo schicken Sie die hin?

Tagsüber natürlich erstmal in eine unserer drei Berliner Galerien (Rosenthaler Str. 40-41, Fasanenstraße 73 und im KadeWe, Tauentzienstr. 21-24) – neue Kunst erleben und sehen ist Pflicht! Am Abend versuche ich nach Möglichkeit szenebekannte Spots in der Stadt zu meiden. Lieber ins Diener auf eine Bulette. Ein echtes Berliner Erlebnis.

Diener
Grolmanstraße 47

Sie erwähnten die Ausstellungsreihe Dialogue of Light, erzählen Sie uns bitte mehr davon!

Die Ausstellungsreihe „Dialogue of Light“ stellt abstrakte Kunst und Fotografie gegenüber und zeigt deren Parallelen auf. Das Element „Licht“ spielt dabei eine zentrale Rolle und dient gleichzeitig als verbindendes Element aller Kunstwerke. Dabei werden Fotografien von Heinrich Heidersberger und Dani Olivier mit den abstrakten Arbeiten von Nancy Wood und Christoph Schrein gegenüber gestellt, wodurch ein spannender Dialog aus Licht, Form, Farbe und Bewegung entsteht. Das Besondere: Die Künstler werden abwechselnd in den einzelnen Galerien persönlich vor Ort sein. Insgesamt wird es in elf Städten weltweit stattfinden, u.a. in Wien, Berlin, Paris und New York.

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