Tipps im Ruhrgebiet von Britta Rübsam
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Insidertipps Ruhrgebiet: Britta Rübsam

#YoursTrulyGermany. Britta Rübsam hat sich vor einiger Zeit vom ehemaligen Behördenleben freigetextet und schreibt heute über ihre Lieblingsthemen: Kunst und Kultur. Uns zeigt sie dazu Museen, Industriekultur-Zentren und Tanztheater im Hotspot Ruhrgebiet. Für deinen Kulturtrip von Bochum und Duisburg bis Essen und Dortmund.

Verena Neumayr
4. Mai, 2021

Sie wohnt in Ratingen. Das ist eine Kleinstadt in NRW, die genau zwischen dem Ruhrgebiet und Düsseldorf liegt. Für Britta Rübsam ist das perfekt, weil sie sich mit beiden Orten so verbunden fühlt. Mittels der Agentur, die sie mit ihrer Geschäftspartnerin Sarah Bauer führt, textet sie sich durch kulturelle, touristische und politische Kommunikationsthemen, zum Beispiel für die junge Plattform Neue Künste Ruhr. Die perfekte Person also, um uns auf einer Tour durch das Kulturzentrum Ruhrgebiet ihre Insidertipps zu verraten. Dass sie absolut passioniert ist, merkt man daran, wie begeistert sie von Museen, Tanztheatern und Industriekultur-Highlights wie etwa der Zeche Zollverein in Essen schwärmt. Du suchst noch mehr Tipps in Deutschland? Dann clicke hier!  


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Britta Rübsams Kulturtipps im Ruhrgebiet

 

Was gibt es in der Metropole Ruhr Neues in Bezug auf Kultur?  

Im Ruhrgebiet ist ständig etwas neu. Erstens gibt es einfach unfassbar viele kulturelle Einrichtungen. Ein Blick auf www.ruhrkultur.jetzt ist da auf jeden Fall lohnenswert, um den Überblick zu behalten. Und zweitens: Rund um die stillgelegten Industrieanlagen und alten Fabrikgelände ist viel Platz. Und die Menschen hier sind pragmatisch und machen einfach mal. Falls ihr Beispiele sucht, was ich damit meine, solltet ihr im Auge behalten, was unter dem Begriff Neue Künste Ruhr entsteht: Die Projekte kreisen um Kunstsparten wie die Digital und Urban Arts, um die Elektronische Musik und den zeitgenössischen Zirkus.  

Was tut sich dabei Festival-mäßig dieses Jahr?

Am 3. Oktober - so Corona es zulässt - findet das Festival NEW NOW zum ersten Mal auf der Zeche Zollverein statt. Es handelt sich dabei um ein Festival, das sich den Digitalen Künsten widmet. Die Ruhrfestspiele Recklinghausen öffnen sich ebenfalls neuen Kunstformen – viele, viele Veranstaltungen sind ab Mai digital zu erleben! Und die Ruhr Games stehen sowieso in der Tradition der Urbanen Künste. Alle, die Skateboard-, BMX- und Urban Dance-Skills faszinieren, denen empfehle ich im nächsten Sommer einen Besuch in Bochum. Und wenn ihr dann schon einmal dort seid, könnt ihr auch direkt die ganze Metropole Ruhr erkunden.  

Als ehemalige Studentin der Modernen Zeitgenössischen Kunst an der Ruhr Uni Bochum bist du ja Kunstexpertin. Dein Museums-Favorit in deiner Alma Mater?

Ich mag Orte, an denen Kunst erlebbar ist. Vor allem in Bochum gibt es da einige! Superberühmt ist natürlich das Bochumer Schauspielhaus. Das Museum unter Tage im Weitmarer Schlosspark gehört da schon eher zu den Insider-Tipps – und steht immer auf meiner Agenda, wenn ich mal wieder in der Stadt unterwegs bin. Schauspielhaus Bochum, Königsallee 15, 44789 Bochum Museum unter Tage - Situation Kunst, Nevelstraße 29D, 44795 Bochum  

Wo verbindest du moderne Kunst, Baukunst und die Kunst des Essens besonders schön?

Da fällt mir direkt das MKM Museum Küppersmühle für moderne Kunst in Duisburg mit seinem Restaurant KÜ ein. Es zählt zu den größten Privatmuseen in Deutschland und Herzog & de Meurons Umgestaltung des ehemaligen Industriegebäudes in ein Ausstellungshaus ist ziemlich beeindruckend. Den Tag im KÜ ausklingen zu lassen, plane ich immer ein: Neben richtig gutem regionalem Essen ist der Blick auf den Rhein vor der Kulisse des größten Innenhafens Europas die Kirsche auf der Torte. MKM Museum Küppersmühle für moderne Kunst, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg  

Im Ruhrgebiet dreht sich alles um die Industriekultur – wo führst du uns hin?

Das Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen ist da natürlich das Aushängeschild und der beste Ort, um zu verstehen, aus welchem Holz das Ruhrgebiet und die Menschen, die dort leben, geschnitzt sind. Das Ruhrmuseum trägt einen Teil dazu bei. Die Erfahrung in dieser überdimensionalen, stillgelegten Industriekulisse zu stehen, ist bei diesem Erlebnis noch einmal eine andere Nummer und spricht für sich. Zeche Zollverein, Gelsenkirchener Str. 181, 45309 Essen Ähnlich geht es mir, wenn ich den Landschaftspark Duisburg Nord besuche: Die Anlagen wirken und erzählen ohne Worte ihre eigene Geschichte. Das Coole: Diese Orte füllen sich immer wieder mit Leben und sind so nicht nur Relikte, sondern Teil der Gegenwart. Wenn nicht grade Corona wütet, gibt es dort Märkte, Festivals, Lichtkunst oder die Möglichkeit an den alten Anlagen zu Klettern. Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 47137 Duisburg  

Wir haben Lust auf bewegende Kunst – welche Bühne empfiehlst du uns?

PACT auf Zeche Zollverein in Essen! Das ist einer dieser ganz besonderen Orte, an denen du die Kreativität spürst, sobald du durch die Tür trittst. Das Haus steht für Tanz und Performance und Theater, Medien und Bildende Kunst. Da trifft alles wie ein bunter Knall aufeinander und was dabei herauskommt, mag ich sehr. Ist auf jeden Fall ein bisschen „nischig“, aber wer gegenüber experimenteller Kunst offen ist, sollte dort einmal vorbeischauen. PACT Zollverein, Bullmannaue 20A, 45327 Essen  

Welches Kunstzentrum sollten wir auf keinen Fall verpassen, wenn wir in Dortmund sind?

Um das Dortmunder U kommt kein Kunstfan drumrum, wenn er sich in der Stadt meines Lieblingsfußball-Vereins bewegt. Abgesehen davon, dass mich das Gebäude immer wieder aufs Neue beeindruckt, gefällt mir, dass im U etablierte Kunst auf ganz viel Kreativität, auf Forschung und frische Ideen trifft: Der Turm beheimatet neben dem Museum Ostwall ja auch den Hartware MedienKunstVerein, die UZWEI_Kulturelle Bildung, die Fachhochschule Dortmund und die Technische Universität Dortmund – das gerät immer gern in Vergessenheit. Heißt: Das Rahmenprogramm im U ist normalerweise pickepackevoll mit Filmvorführungen, Workshops, Vorträgen, Talks, Konzerten oder Clubabenden. Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund  

An welchen grünen Oasen schnappst du frische Luft nach so viel Kunst und Kultur?

Oh, in Essen Kettwig mit seinem schmucken historischen Kern bin ich nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr gern. Dort entlang der Ruhr zu spazieren und im Lavendel im Brückencafé eine Kuchenpause einzulegen, ist schon etwas Feines. Für mehr Action, aber trotzdem ganz viel Natur UND Industriekulisse empfiehlt sich natürlich eine Tour entlang des RuhrtalRadweges. Je nachdem, wie fit ihr seid, gibt es unzählige Tourenvorschläge für den passenden Fahrradausflug entlang der Ruhr. Mit E-Bikes, die ihr an vielen Stellen ausleihen könnt, wird es natürlich deutlich entspannter – und ihr könnt euch mehr umschauen und die Kulisse auf euch wirken lassen. Lavendel im Brückencafé, Am Mühlengraben 4, 45219 Essen  

Mit insgesamt 53 größeren und kleineren Städten ist das Ruhrgebiet ja riesig. Gibst du uns zum Abschluss noch ein paar weitere kulturelle Highlights?

Ja, es gibt einfach unendlich viel. Ein absolutes architektonisches Highlight für mich ist das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Dafür fahre ich sogar in die Stadt, die BVB-Fans normalerweise meiden, denn die beiden Vereine aus Dortmund und Gelsenkirchen pflegen ihre Rivalität! Musiktheater im Revier, Kennedyplatz, 45881 Gelsenkirchen Ein Spaziergang im Oberhausener Kaisergarten lohnt sich allemal. Man sollte sich dort die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen nicht entgehen lassen, und die Slinky Springs To Fame Brücke von Tobias Rehberger – sie führt vom Kaisergarten über den Rhein-Herne-Kanal hinüber zur sogenannten Emscherinsel und ist ein imposantes Wahrzeichen für den Emscher Landschaftspark. Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen Slinky Springs To Fame, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen

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