Insiderei Insidertipps Erfurt Doreen Reifenberger
c Susann Nürnberger

Insidertipps Erfurt: Doreén Reifenberger

Handgemachtes Keramikdesign, made in Erfurt. Doréen Reifenberger ist das Gesicht hinter Loop Keramik. Im Wächterhaus, direkt hinterm Bahnhof, dreht die Künstlerin seit 2013 an der Töpferscheibe und entwirft schlichte, unaufdringliche Becher, Teller, Tassen und Schalen. Markenzeichen ihrer größten Kollektion ist die Schwalbe. Im Interview spricht sie über schöne Restaurants, nette Bars und schicke Shops in Erfurt.

Franziska Riedl
27. März, 2023

An welchen Orten traut sich Erfurt gerade Neues? 

Mit dem Schambrowski Kino – Graffiti – Bücher. Frisch gesprossen und ein absolutes Herzensprojekt der Macher*innen. Die Themenschwerpunkte der Bibliothek sind Hip-Hop, Graffiti und Jugendsubkulturen. Die Türen des Schambrowski sind für alle Interessierten weit geöffnet. Das Schambrowski liegt im Erfurter Norden, in einem Kiez, der nichts mit dem lieblich restaurierten mittelalterlichen Stadtzentrum zu tun hat. Die prägende Straße ist die Magdeburger Allee, die sehr städtisch mit Trubel und viel Verkehr daherkommt. Es gibt einen bunten Mix an Läden. Man muss sich drauf einlassen und genau hinschauen. Hier wird einem das Schöne nicht so offen serviert wie im Zentrum. Auch das Luftbad-Nord ist neu, ein im Rahmen der Bundesgartenschau neu gestalteter Platz oberhalb des Nordparks, von viel Grün und Atelierhäusern umgeben. Guter Ausgangspunkt seinen Spaziergang entlang der Geraaue zu starten oder, wenn man zurückkommt, dort Kaffee und Kuchen zu genießen.

Du arbeitest im Wächterhaus. Erzähl uns von dem Projekt!

Der Wächterhaus e.V. Erfurt wurde ursprünglich gegründet, um alte Häuser vor Verfall und Vandalismus zu bewahren. Wer sollte diese Aufgabe übernehmen? Es fand sich eine Win-Win-Situation: Atelierräume sind in Städten immer knapp. Die ersten Künstler*innen zogen ein und brachten Leben in die alten Häuser und Stadtteile. Auch wenn seit damals ein Haus wieder abgegeben werden musste: aktuell hat der Verein zwei Künstler*innenhäuser in denen 24 Ateliers vermietet sind. Mittlerweile bündelt der Verein eine Vielfalt an Fähigkeiten und Ideen. Die Wächter*innen bereichern mit ihrer Arbeit das kulturelle und soziokulturelle Leben Erfurts. Für mich waren und sind darüber hinaus die Vernetzung in der Gemeinschaft, der Ideenaustausch und natürlich der Arbeitsort mitten in der Stadt von großer Bedeutung und Wichtigkeit. „Mein“ Wächterhaus liegt zwei Minuten vom Bahnhof entfernt und ist super gut für Besucher*innen zu erreichen. Die Häuser öffnen ihre Türen auch individuell für Workshops. Zwei Mal im Jahr gibt es große Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen: zur Langen Nacht der Museen, zum Tag des offenen Ateliers und zu Kultur flaniert.  

Welches Restaurant würdest du gerne mit deiner Keramik ausstatten?

Da kommen mir zwei Restaurants in den Sinn: Zum einen das Bâ Badiyel, ein türkisches Restaurant in der Altstadt. Ich war dort mit meiner Familie zu einem besondern Anlass. Die Art und Weise, wie die Speisen gereicht werden, begeisterte mich sofort. So viele Schälchen und Schüsselchen gefüllt mit Leckereien. Ein Tafelgeschirr zu entwerfen, mit Extras und einer Vielfalt an Form und Farbe, so wie die Gerichte es auch sind, das wäre eine besondere Herausforderung und Freude für mich. Dann das Restaurant Peberg, das durch seine besondere Lage besticht: hoch über der Stadt, auf dem Petersberg. Von der Zitadelle aus überblickt man die Stadt ganz wunderbar. Im Restaurant Peberg stelle ich mir meine loopKollektion als passende Ergänzung vor. 

In welchem Lieblingslokal spielt geschmackvolle Esskultur eine zentrale Rolle? 

Im Tapas-Restaurant La Cantina by Catalana/Castillo Catalana und im Kromer’s. Beide Restaurants liegen in der Innenstadt.

Wo triffst du Freund*innen gerne auf After-Atelier-Drinks?

Da gibt es zwei Orte, jedes für sich sehr besonders. Im Café Süden liebe ich die selbst gebackenen Kuchen (Clafoutis und Stachelbeer-Baiser!), den Kaffee, die Süden-Limo mit Minze, Orange und Holunder, die Weine…Im Hintergrund läuft schöne Musik und die bunten Sonnenschirme leuchten einem schon von Weitem entgegen. Die Inhaberin gestaltet alles unglaublich liebevoll. Im Café Hilge gibt es sehr guten und ausgewählten Bio-Kaffee, den man auch kaufen kann. Die goldenen Kaffeeschütten stehen im Café und der Bohnenduft füllt den ganzen Raum. Das Café selbst ist eher klein, aber es gibt eine Menge Plätze vor dem Schaufenster unter einem schattigen Baum mit direktem Domblick. Hier ist man mittendrin in Erfurt und untern den Erfurter*innen. Am Samstag, vom Wochenmarkt auf dem Dom kommend, gleich noch einen Kaffee in der Hilge zu trinken rundet den Einkauf ab. Oder aber am Freitagabend mit Freund*innen einen Aperol Spritz oder den Café Hilge-Special „Muttis Bester“. Im Hilge gibt es auch immer eine Ausstellung zu sehen – Drucke, Malerei, Fotografie. 

Du willst Tradition und Moderne verbinden. Wie gelingt dir das und welche spannenden Handwerker*innen in der Stadt machen es genauso? 

Da fallen mit fünf Handwerker*innen ein: das Kunst- und Design-Duo Rosa Rauscher, das Möbelstudio Bystro.Studio, Holzdesign Flosion, Schmuckdesign Detail und die Textilkünstlerin Britta Schatton. Man sieht an ihren Arbeiten, wie sie das traditionelle Handwerk als Basis für moderne und zeitgenössische Gestaltung nutzen und damit nachhaltige und hochwertige Produkte herstellen. So war auch meine Herangehensweise: Mich fasziniert die Möglichkeit einem Klumpen Erde eine durchdachte Form zu geben. Ich möchte reduziert gestalten und gleichzeitig doch so viel, dass eine bestimmte Aussage festgehalten wird. Beispielsweise ist die Kollektion loop der „Ausflug aus dem Alltag“ und viele Käufer*innen melden mir zurück, dass die Kollektion – gleich wann sie sie benutzten – eine Erinnerung aufruft, und sie ein Gefühl von Leichtigkeit spüren lässt. 

Keramik zu produzieren ist ein naturnaher Prozess. Wo findest du in und um Erfurt Kraft im Grünen?

Im Dendrologischen Garten, zwischen Luisenpark, Steigerwald und egapark. Am Luisenpark, vis-à-vis zum Drei Brunnenbad, befindet sich die Drei-Brunnen-Quelle. Man kann dort alle drei Wasser ganzjährig probieren, sie sind unterschiedlich im Geschmack. Der Steigerwald ist der Stadtwald der Erfurter*innen und fein für ausgedehnte Spaziergänge. Der denkmalgeschützte Nordpark ist erholsam und weitläufig und besonders seit der Bundesgartenschau 2021 schön. Auch fein: das grüne Geraband, die Geraaue. Dort kann man mit dem Rad an der Gera bis nach Gispersleben fahren.

Welches Hotel empfiehlst du Freund*innen, die dich besuchen kommen?

Die Schottennester an der Krämerbrücke. Mittendrin in der Altstadt, alles ist zu Fuß erreichbar, so gemütlich. 

In welches Hotel würdest du selbst gern einmal einchecken?

Im Das Kehrs, einem Hotel auf dem Petersberg. Mit einer wunderschönen Aussicht hoch oben über der Stadt, am Abend die Stille auf dem Berg und das Lichtermeer Erfurts zu Füßen. 

Wir von der Insiderei lieben Transparenz. Deswegen möchten wir dir sagen, dass dieser Beitrag im Auftrag von Reiseland Deutschland in Kooperation mit der Thüringer Tourismus GmbH erstellt wurde.

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