6 Mal Weltkulturerbe in Sachsen-Anhalt – die Highlights
Die Unesco vergibt den Titel Welterbe ja nicht gerade im Überfluss. Umso erstaunlicher, dass Sachsen-Anhalt auf wenig Raum gleich sechs Mal damit glänzen kann. Mit dabei: das großartige Bauhaus in Dessau-Roßlau, die Mittelalterstadt Quedlinburg und die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg.
Erlebe Bauhaus in Dessau
Die Meisterhäuser – Wohn- und Wirkungsstätte von Walter Gropius, Paul Klee und Wassily Kandinsky.
Am Bauhaus in Dessau entwickelten sich radikale, neue Ideen zu Kunst, Architekturund Design. An seiner Spitze stand Walter Gropius. Er gründete das Bauhaus 1919 in Weimar und machte auch Dessau zum Zentrum der Moderne. Aus diesem Grund findest du in der Stadt heute noch die meisten originalen Bauhausbauten weltweit. 300 sind es an der Zahl, sie verteilen sich quer durch die Stadt.
Eines der Highlights ist das Bauhausgebäude von Gropius selbst. Auch das Bauhaus Museum Dessau ist toll – mit der zweitgrößten Sammlung von Bauhaus-Exponaten überhaupt.
Ein Wunder in Grün – das Gartenreich Dessau-Wörlitz
Der Wörlitzer Park.
Leopold III. Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau hatte im 18. Jahrhundert ein Händchen fürs Schöne. Auf 142 Quadratkilometer – also praktisch auf der gesamten Fläche seines Fürstentums – ließ er üppige Gärten und kunstvoll gestaltete Landschaften entstehen. Seine Liebe zur Ästhetik kommt vor allem in Wörlitz zum Vorschein. Dort entstand 1765 zum Beispiel der erste Landschaftsgarten englischen Stils in ganz Europa.
Schloss Wörlitz mit dem schönen Wörlitzer Park zählt als Gründungsbau des Klassizismus in Deutschland. Außerdem sind das barocke Schloss und der Schlosspark Oranienbaum sehenswert. Genauso wie das Rokoko-Ensemble Mosigkau, das „kleine Sanssouci“.
In die Vergangenheit nach Quedlinburg
Quedlinburg mit Stiftsberg.
Verwinkelte Gässchen, Plätze wie im Mittelalter, Modern Art hinter historischen Mauern und über 2.000 Fachwerkhäuser der unterschiedlichsten Epochen. Quedlinburg ist so reich an Kultur, dass die UNESCO die Stadt kurzerhand als Gesamtkunstwerk unters Kulturerbe gesetzt hat. Am besten erreichst du die Welterbestätte per pedes. Du schlängelst dich bei einem Spaziergang durch die Altstadt vorbei an der Stiftskirche St. Servatii bis zum Stiftsberg. Die historischen Gebäude auf dem Stiftsberg wurden umfassend saniert und mit einer neuen, barrierearmen Ausstellung auf internationalem Niveau ausgestattet.
Mit der Eröffnung des Schlossmuseums am 3. Oktober 2026 wird die 866-jährige Geschichte des Damenstifts und seine prägende Bedeutung für Quedlinburg und Sachsen-Anhalt erlebbar. Die Ausstellung spannt den Bogen über mehr als 1.100 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte – von Heinrich I. bis in die Neuzeit. Damit positioniert sich der Stiftsberg erneut als bedeutender Ort europäischer Geschichte.
Bewundere die Himmelsscheibe von Nebra
Die Himmelsscheibe von Nebra.
In Halle die Himmelsscheibe von Nebra zu verpassen ist fast so unmöglich wie in L.A. nicht den Walk of Fame zu sehen. Gut, der Vergleich hinkt ein wenig. Die Himmelsscheibe ist nämlich ohne Frage ein absolutes Must-Must-Must-See! Die Bronzeplatte ist die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt und lässt sich im Landesmuseum für Vorgeschichte bewundern. Sie zeigt die Sonne, eine Mondsichel und 32 goldene Sterne und hat schon ganze 3600 Jahre auf dem Buckel. Außerdem ist die Himmelsscheibe eine kleine Jetsetterin. Ihr Auftreten ist weltweit so gefragt, dass sie immer wieder in großen Ausstellungen in Kopenhagen, Wien, Basel, New York oder auch mal in Berlin zu sehen ist.
Martin who? Auf den Spuren von Luther und der Reformation
Ausstellung im Lutherhaus in Wittenberg.
Kein anderes Land ist so eng mit der Reformation und dem Leben und Wirken Martin Luthers verbunden wie Sachsen-Anhalt. Die Luther-Gedenkstätten in Eisleben und Wittenberg bilden ein gemeinsames Welterbe. In Eisleben ist der Reformator geboren. Sein Geburtshaus und das dazugehörige Museum machen mit weit über 250 spannenden Exponaten die damalige Zeit erlebbar – und zeigen die Startbedingungen für das ereignisreiche Leben des späteren Reformators.
Die aber wohl wichtigste Wirkungsstätte Martin Luthers ist und bleibt das Lutherhaus in Lutherstadt Wittenberg. Hier lebte Luther mit seiner eigenen Familie über 35 Jahre lang – hier entwickelte er seine Thesen, die die Welt bis heute verändern sollten. Die Ausstellung im ehemaligen Augustinerkloster, deren Höhepunkt die authentische Lutherstube ist, zieht aus Nah und Fern Interessierte der Reformationsgeschichte an. Sie lernen Martin Luther nicht nur als großen Reformator und Gelehrten kennen, sondern auch als Ehemann und Familienvater.
Apropos Thesen: 95 davon, und zwar jene gegen die Ablasspraxis der Kirche, schlug er laut Überlieferung an das Portal der Schlosskirche und leitete damit die Reformation ein.
Architektur-Highlight in Sachsen-Anhalt: der Naumburger Dom
Der Naumburger Dom.
Der Naumburger Dom gehört zu den wichtigsten Kulturdenkmälern des europäischen Hochmittelalters. Im Inneren beeindrucken vor allem die beiden Lettner, die die Chöre räumlich vom Kirchenschiff trennen. Halte Ausschau nach den 800 Jahre alten steinernen Stifterfiguren im Westchor. Umberto Eco bezeichnete etwa die Figur Uta von Naumburg als die „schönste Frau des Mittelalters“.
Im Domschatzgewölbe kannst du außerdem über 30 Kunstwerke des Mittelalters und der Renaissance sehen. Etwa den Altarflügel von Lucas Cranach. Und lass auf keinen Fall einen Blick in die Elisabethkapelle aus. Sie wurde 2007 mit tollen Glasfenstern des Malers Neo Rauch (Leipziger Schule!) ausgestattet. Wenn die Sonne hinein scheint, ist es mystisch.
Domplatz 16
06618 Naumburg
Deutschland
Wir von der Insiderei lieben Transparenz. Deswegen möchten wir dir sagen, dass dieser Beitrag im Auftrag von Reiseland Deutschland in Kooperation mit Reiseland Sachsen-Anhalt erstellt wurde.