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Sebastian Gansrigler (c) Softcover
Sebastian Gansrigler (c) Softcover

Insidertipps Wien: Softcover-Gründer Sebastian Gansrigler

Softcover ist der Name des ungewöhnlichen Spezialitätenladens für Foto-, Kunstbücher und Indie-Magazine, die du garantiert nicht bei Thalia oder Morawa findest. Kurator und Chef ist Sebastian Gansrigler. Sein Wien ist gut sortiert und voller kleiner Fundstücke – beim Essen, Trinken und Durchatmen. Hier verrät er seine ganz persönlichen Lieblingsorte.

Petra Percher

Zwischen Indie-Magazinen, kleinen Verlagen und literarischen Fundstücken steht bei Softcover im 6. Bezirk in Wien nicht nur Lesestoff, sondern Haltung im Regal. Sein eigenes Bücherregal ist übergegangen, seine Leidenschaft für unabhängiges Publizieren immer weiter gewachsen. Also schafft Sebastian Gansrigler einen Ort geschaffen, der gleichermaßen Bücherparadies und Ideenraum ist – britisch im Look, international in der Auswahl.
Als Fotograf und Designer hat Sebastian den Blick für das Besondere. Sein Wien folgt diesem Prinzip: ruhig, ausgewählt und persönlich. Im Interview verrät der kreative Buchhändler, wo er morgens seinen ersten Espresso trinkt, welches Lokal er am liebsten mit Freund:innen teilt – und wohin er geht, wenn er eine Pause vom Stadtlärm braucht. Keine Touristenziele, sondern echte Empfehlungen eines Kenners mit feinem Gespür für Atmosphäre.
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© Sebastian Gansrigler

Wien-Guide vom Bücherwurm

Sebastian, wo startest du deinen Tag in Wien am liebsten mit Kaffee und Frühstück?

Ich liebe es, meinen Tag im Karl & Otto Café am Karlsplatz zu starten. Es hat einfach so viel Jugendstil-Charme und eine gemütliche Atmosphäre. Das Avocado-Brot mit Ei esse ich extrem gerne. Das Café ist auch nicht weit von Softcover entfernt, was für mich super praktisch ist, weil ich es oft auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad einplane. Mit meiner Freundin Tabea genieße ich dort das Frühstück, bevor der Arbeitstag losgeht.

Wo gehst du hin, wenn du mittags kurz durchatmen willst – allein oder mit Buch?

Mittags arbeite ich normalerweise durch, aber wenn ich mal einen freien Tag habe, ist der Botanische Garten beim Belvedere und gleich daneben der Alpengarten mein absoluter Rückzugsort. Der Garten ist so ruhig und unglaublich schön. Ich gehe dort gerne spazieren und finde es toll, wie entspannend es ist, einfach durch die verschiedenen Bereiche der Pflanzen zu schlendern. Der Botanische Garten ist für mich ein wunderschöner, grüner Rückzugsort, am liebsten ohne Handy und ohne Buch – auch wenn ich Bücher liebe – kann ich somit am besten abschalten.

Dein absoluter Lieblingsort zum Abendessen mit Freund:innen?

Mein absoluter Lieblingsort für ein Abendessen mit Freund:innen ist Ostwind in der Lindengasse im 7. Bezirk. Es ist ein Restaurant, das für mich das perfekte Zusammenspiel aus Qualität und Unaufgeregtheit bietet. Es ist ein echter Geheimtipp, nicht touristisch und bleibt trotzdem immer auf einem hohen Niveau mit einer authentischen, chinesischen Küche. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, was ich sehr schätze – es fühlt sich fast ein bisschen wie ein verstecktes Lokal an, das man entdeckt hat und in das man immer wieder gerne zurückkehrt.

Wo gibt’s für dich den besten Wein oder den ehrlichsten Spritzer der Stadt?

Auch wenn ich keinen Alkohol trinke, liebe ich es, in einem echten Wiener Heurigen zu sein. Der Heuriger Weingut Feuerwehr Wagner ist für mich der authentischste Ort, um das echte Wiener Heurigen- bzw. Buschenschank-Erlebnis zu genießen. Für mich ist es weniger der Alkohol, der zählt, sondern das ganze Ambiente – einfach ehrlich, echt und ohne Schnickschnack.

Welches Wiener Gericht isst du immer wieder – und wo genau?

Ich bin ein riesen Fan von Wiener Schnitzel, und wenn ich Lust darauf habe, dann gibt es für mich keinen besseren Ort als das Steman im 6. Bezirk. Es ist fast ums Eck von Softcover. Das Schnitzel dort ist wirklich köstlich – es wird goldbraun und knusprig serviert, und das Fleisch ist wunderbar zart. Ich könnte es fast täglich essen. Sollte ich natürlich nicht. Und gleich gegenüber das Café Jelinek mag ich auch sehr gerne.

Wenn du Lust auf Süßes hast – wohin gehst du?

L'Amour du Pain in der Otto-Bauer-Gasse kann ich sehr empfehlen. Alles ist köstlich, besonders die Croissants mag ich sehr gerne. Wenn mich Tabea hin und wieder im Softcover besuchen kommt, nimmt sie öfters was mit und wir machen gemeinsam eine kleine Pause. Es ist ein sehr schönes Ritual geworden. Diese kleinen süßen Auszeiten sind für mich ein ganz besonderer Moment, der auch oft mit schönen Erinnerungen und Gesprächen verbunden ist.

In einem Drink: Wo trinkst du ihn – und was ist drin?

Ich weiß nicht ob das als "Drink" durchgeht, aber falls ja, dann Kakao. Es klingt vielleicht blöd, aber es gibt für mich nichts Entspannenderes, als einen richtig guten Kakao zu trinken. Das "Cafe Goldegg" ist für mich der perfekte Ort, um ihn zu genießen. Dort wird der Kakao mit viel Liebe und Sorgfalt zubereitet – und auch mit richtig viel Schlagobers.

In welchem Laden in Wien gehst du selbst gern stöbern – außer bei Softcover?

Es ist für mich sehr wichtig an anderen Orten Inspiration zu finden und auch manche unerwartete Entdeckung zu machen. Ich liebe es, bei Sous-Bois oder bei Walther König zu stöbern. Beide Läden sind unglaublich inspirierend. Die Buchhandlung Walther König im Museumsquartier ist ein Ort, wo man in Ruhe durch Kunstbücher und Magazine stöbern kann. Sous-Bois liebe ich für die wunderschönen Postkarten, Papiersorten, Notizbücher und Kunstdrucke. Es ist ein Laden, der einen fast ein bisschen in eine andere Welt entführt. Die kleinen Details in der Gestaltung des Ladens machen es zu einem richtig schönen Ort.

In welches Hotel checkst du Verwandte ein, wenn sie dich in Wien besuchen?

Wenn Verwandte zu Besuch kommen, checke ich sie oft ins „Hotel am Brillantengrund“ ein. Das Hotel hat so eine gemütliche, heimelige Atmosphäre, die fast wie ein kleines Zuhause in Wien wirkt. Es liegt in einer tollen Gegend, nicht zu weit von Softcover und vom Zentrum entfernt, aber gleichzeitig ruhig genug, um nach einem langen Tag in der Stadt entspannen zu können. Es ist ein richtig schönes „Home-Away-from-Home“-Gefühl, das den Aufenthalt für meine Verwandten besonders angenehm macht.

In welchem Hotel in oder um Wien würdest du selbst gerne mal übernachten?

Wenn ich selbst mal in einem Hotel übernachten würde, dann wäre es definitiv das "Magdas Hotel". Es hat nicht nur einen super coolen und modernen Stil, sondern es ist auch sozial orientiert – ein Hotel, das Arbeitsplätze für Menschen mit Fluchthintergrund bietet. Ich finde diese Mischung aus gutem Design und sozialer Verantwortung sehr toll. Außerdem liegt es relativ ruhig, aber dennoch nahe genug an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, sodass man das Beste von Wien erleben kann.

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