2020 ist Designerin Laura Sänger mit ihrem nachhaltigen Modelabel La Katz durchgestartet. Ihre Wahlheimat Wien kennt die „Queen of Silk“ wie ihre Westentasche. Und sie nimmt uns mit zu ihren liebsten Spots in der Hauptstadt.
Das Label La Katz ist Laura Sängers Baby. Die Modedesignerin entwirft Luxuskleidung für Frauen. Für ihren Traum von der Selbstständigkeit hat sie ihren Job in einer Agentur an den Nagel gehängt. Genauso kompromisslos ist die Wahl-Wienerin in Sachen Material: Unter die Nadel und an die Haut ihrer Kundinnen kommt nur schadstofffreie Seide.
Lauras allererstes Stück war ein Seidenmantel. Mit diesem Piece hat die Deutsche La Katz gelauncht. Mittlerweile sind viele, viele farbenfrohe Stücke dazugekommen, Lauras Markenzeichen ist das Leopardenmuster. Damit bringt sie ordentlich Glamour nach Wien. Im Interview spricht sie mit uns über die Ecken in der Hauptstadt, die sie am meisten feiert. Sie verrät uns ihre liebsten Bars, Restaurants, Designershops und hat tolle Tipps für Vintage-Läden.
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Wien-Tour mit der Modedesignerin
Du liebst es bunt – welche Ecken in Wien ziehen dich einfach magisch an?
Ich liebe Farben, aber nicht in der plakativen, schrillen Form – sondern kuratiert und natürlich gerne glamourös. Passend dazu sind der Grüne Salon oder die Blaue Bar im Hotel Sacher. Beide monochrom, samtig, alles folgt einer Farbidee: Wände, Stoffe, Teppiche. Durch die farbliche Reduktion entsteht eine Eleganz.
Hotel Sacher
Philharmoniker Straße 4
1010 Wien
Österreich
Über welche Neuentdeckung hast du dich erst kürzlich gefreut?
Über das Karasinski Archive von der Designerin Laura Karasinski. Laura war maßgeblich an der Gestaltung der Brand Identity von La Katz beteiligt, ich schätze sie und ihren Zugang zu Farbe, Material und Atmosphäre sehr. Das Karasinski Archive im achten Bezirk ist wie ein begehbares Moodboard, in dem man kuratierte Einzelstücke kaufen kann – von Vintage-Möbeln bis Designobjekten.
Atelier Karasinski Archive
Strozzigasse 31/1+4
1080 Wien
Österreich
Nachhaltigkeit ist dir extrem wichtig. Bei welchen Designer*innen kaufst du selber gerne ein?
Wien hat eine unglaubliche Auswahl an Traditionsbetrieben, die nicht nur höchste Handwerkskunst verkörpern, sondern bis heute in der Stadt produzieren lassen. Diese Verbindung aus Qualität, Geschichte und lokaler Fertigung ist für mich die höchste Form von Nachhaltigkeit – weil sie nicht nur Produkte schafft, sondern Werte weiterträgt. Dazu gehören unter anderem Lobmeyr, Augarten Porzellan, oder auch das Pyjama-Geschäft Wäscheflott. Sie arbeiten nur mit Naturfasern und lassen alle Stücke im dritten Bezirk fertigen.
Wäscheflott
Augustinerstraße 7
1010 Wien
Österreich
Du hast mal gesagt, dass du die besten Ideen nachts an einem Bartresen hast. Welche Bar in Wien inspiriert dich besonders?
Die Loos Bar. Für mich ist eine gute Bar ein Gesamterlebnis – Stimmung, Licht, Haltung. Es geht um Atmosphäre. Um Räume, die Geschichten erzählen. Das Licht ist weich, die Materialien schwer und sinnlich: Marmor, Mahagoni und Leder. Alles ist durchdacht, aber nie überinszeniert. Jeder Besuch ist eine Überraschung. Mit nur 27 m2 verändert die kleine Bar mit jedem neuen Gast vollständig die Stimmung und Szenerie. Ich habe dort schon neue Freundschaften geschlossen und sehr inspirierende Menschen aus aller Welt getroffen. Die Loos Bar ist Wien und gleichzeitig irre kosmopolitisch. Das schaffen nur sehr wenige hier.
Loos American Bar
Kärntner Durchgang 10
1010 Wien
Österreich
In welchen Clubs tanzt du danach mit deinen Freund*innen gerne bis zum Morgengrauen durch?
Clubs besuche ich kaum noch, ich fühle mich inzwischen Bars sehr viel verbundener. Die Eden Bar liebe ich sehr. Der Ort hat viel Geschichte, Samt, goldene Spiegel, ein bisschen Dekadenz – aber auf eine elegante, kultivierte Art. Die Eden Bar hat diesen Hauch von Film noir, von heimlichen Gesprächen und langen Nächten. Ich war erst vor kurzem da, weil Freunde ihre Verlobung feierten. Die Stimmung und Haltung wird auch stark durch den Dresscode bestimmt: Männer müssen Blazer tragen. Eleganz wird also nicht erklärt, sondern gelebt.
Eden Bar
Liliengasse 2
1010 Wien
Österreich
Welches Restaurant in Wien liebst du, weil es so ganz anders ist als alle anderen?
Zum Reznicek. Ein Geheimtipp mit Charakter. Man betritt den Raum – dunkles Holz, gedämpftes Licht, weiße Tischdecken – und hat sofort das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen. Ruhige Eleganz und große Küche. Dazu ein sehr persönlicher Service und kuratierte Details, wie zum Beispiel der Dessertwagen am Ende des Abends: altmodisch, charmant, mit einer Auswahl an Süßspeisen und Zigaretten.
Reznicek
Reznicekgasse 10
1090 Wien
Österreich
Du gehst mit deinem Mann abends fein essen: Wo buchst du für euch einen Tisch?
Im Unkai im Grand Hotel Wien. Ein wirklich unglaublich gutes japanisches Restaurant, mit klassischer Kaiseki-Küche, Sushi-Bar und auch privaten Tatami-Räumen, wie man sie sonst eher in Japan findet. Das ist sehr besonders und für ein paar Stunden ist alles auf das Wesentliche reduziert – Geschmack, Stille, Präsenz.
Unkai im Grand Hotel Wien
Kärntner Ring 9
1010 Wien
Österreich
Einfach mal raus: An welchen Naturspots in der Hauptstadt bekommst du so richtig den Kopf frei?
Ein wunderschöner Ort ist der Setagayapark. Klein, versteckt, aber unglaublich präzise gestaltet. Es ist ein kleiner Park eingebettet zwischen Villen und Weinbergen. Jeder Stein, jede Pflanze ist nach Prinzipien der japanischen Gartenkunst arrangiert – mit Bedacht und Bedeutung.
Setagayapark
Hohe Warte 8
1190 Wien
Österreich
Freund*innen aus Deutschland kommen dich besuchen und du führst sie durch Wien. Welche Lieblingsplätze zeigst du ihnen bestimmt?
In Wien muss man nicht viel tun, um Besuch zu beeindrucken. Die Schönheit und Architektur sind einzigartig. Aber vieles wirkt oft zu museal oder inszeniert im Sinne des Klischees. Das MAK Museum ist ein Ort, der weniger vom Klischee lebt. Es ist ein Ort, in dem Design als kulturelle Praxis gesehen wird, mit einem tiefen Respekt für Material, Form und Funktion. Der beste Vintage Laden ist für mich Bocca Lupo. Sie haben eine einzigartige Auswahl – von französischen Couture Stücken bis zu ikonischen Accessoires. Ich habe dort sowohl mal ein wunderschönes Samtkleid von Rick Owens ergattert als auch Vintage Cartier Seidentücher.
Bocca Lupo
Seilergasse 6
1010 Wien
Österreich
Ein luxuriöses, stylisches Hotel in Wien, das richtig knallt. Welches fällt dir da ein?
Generell liebe ich Grand Hotels. Sie sind mehr als ein Ort – sie sind Inszenierung, Geschichte und Stil. Eine Mischung aus Ästhetik, Atmosphäre und aufmerksamen Ritualen. Besonders das Auge für Details, wie eine handgeschriebene Willkommenskarte, oder die Bettwäsche mit Monogramm, ist eine Art der Detailliebe, die mich sehr für mein eigenes Label beeinflussten. Dementsprechend ist mein Standard sehr hoch und nur wenige Hotels beherrschen diese Art der kuratierten Gesten. Kaum ein Hotel verkörpert die Wiener Grand Hotel-Kultur so überzeugend wie das Hotel Sacher. Auch das Rosewood als moderne Form des Grand Hotels ist einer meiner Lieblinge.
Rosewood Vienna
Petersplatz 7
1010 Wien
Österreich