Laura Windhager führt in der Wassergasse die Galerie Gianni Manhattan. Auf der vienncontemporary zeigt sie neue Arbeiten von Matthieu Haberard. Mit der A-List teilt sie ihre liebsten Restaurants und Bars in der Stadt und verrät, welche jungen Künstler sie gerade begeistern. Plus: Ausflugs-Tipps rund um Wien.
Welche Gegenden in Wien entwickeln sich gerade zu jungen, kreativen Meltingpoints?
Es ist spannend, was hier im dritten Bezirk passiert. Als ich vor knapp drei Jahren mit Gianni Manhattan hierher gezogen bin, gab es nicht viel. Seitdem hat sich aber viel getan: Wir haben einen neuen Galeriennachbar – Vin Vin ist vor ein paar Monaten vom achten Bezirk in die Hintzerstrasse 4 ums Eck gezogen – und es eröffnen ständig kleine Shops und Cafés. Es ist eigentlich absurd, dass das so lange gedauert hat, wenn man bedenkt, wie nahe die Landstraße am ersten Bezirk ist.
Landstraße
Österreich
Du bist Teil der wachsenden, weiblichen Galeristen-Szene – welche heimischen Künstlerinnen begeistern dich gerade?
Ich arbeite mit zwei österreichischen Künstlerinnen, Barbara Kapusta und Marina Faust. Barbara ist momentan Teil von “Hysterical Mining”, einer Ausstellung in der Kunsthalle Wien (Museumsplatz 1), die sich mit Technologie und Techno-Feminismus beschäftigt. Marina Faust ist vor allem für ihre über 20-jährige Kollaboration mit Martin Margiela bekannt, aber sie lotet seit Jahren den Begriff von Fotografie, Mode, Performance und Video aus. Wir hatten letztes Jahr eine wunderschöne Soloshow mit Marina und es gibt schon neue Pläne.
Marina Faust
Österreich
Du triffst befreundete Galeristen. Welches Lokal schlägst du vor?
Meistens das Café Prückel. Es hat eine der schönsten Wiener Kaffeehausarchitekturen, gute Mehlspeisen und es ist quasi der geographischen Mittelpunkt zwischen Gianni Manhattan, Croy Nielsen (Parkring 4), Emanuel Layr (Seilerstätte 2) ,Vin Vin (Hintzerstraße 4) etc.
Café Prückel
Stubenring 24
1010 Wien
Österreich
Hast du ein Lieblingsbeisl mit dem besten Wiener Soulfood?
Ganz klar, das Blauensteiner. Seitdem mumok-Kuratorin Marianne Dobner dort zum Ganslessen vor ein paar Jahren eingeladen hat, ist das Blauensteiner ein kulinarischer Fixpunkt geworden. Unbedingt Platz lassen für die saisonalen Knödel, wahlweise Wachauer Marille oder Zwetschke.
Gastwirtschaft Blauensteiner
Lenaugasse 1
1080 Wien
Österreich
Wo treffen wir dich beim schnellen und guten Lunch?
Am liebsten im Pappa & Ciccia am Rochusmarkt. Abgesehen von den täglich wechselnden, ausgezeichneten Pastagerichten ist das Lokal auch wegen seiner fantastischen, kitschigen, over the top Dekoration einen Besuch wert. Und wenn es die hausgemachte Zitronen-Wodka-Tarte gibt, unbedingt probieren!
Pappa & Ciccia
Landstraßer Hauptstraße 51
1030 Wien
Österreich
Nimm uns mit in deine Lieblingsbar auf einen Aperitif!
Vielleicht nicht die glamouröseste Wahl, aber ich mag den Aperitif Lungo (mit Snacks!) in der Aida neben dem Schwarzen Kameel. Es ist nicht so fancy wie beim Nachbarn, man sitzt neben ein paar verirrten Touristen und nichts schlägt die unmögliche Aida Farbkombination Rosa-Braun. Wenn es doch etwas eleganter sein soll, dann gehe ich gerne die Bristol Bar (Kärntner Ring 1).
Aida Bognergasse
Bognergasse 3
1010 Wien
Österreich
Du sehnst dich nach ein paar Stunden Entschleunigung. Was unternimmst du?
Je nach Wetter- und Stresslage gehe ich gerne mit unseren zwei Hunden rauf auf die Sophienalpe und danach auf ein Wiener Frühstück ins Salettl, das jetzt endlich rauchfrei ist!
Salettl Pavillon
Hartäckerstraße 80
1190 Wien
Österreich
Was erwartet uns heuer in deinem Booth auf der viennacontemporary?
Matthieu Haberard interessiert sich für die Zwischenzone zwischen Spiel- und Kulturtheorie. Er greift kultur- und sozialtheoretisch einschneidende Objekte oder Konzepte auf (die Entdeckung von Waffen als Jagd- und Kriegsgegenstand, die Erfindung der Zeit, die den Tag in Stunden schnitt) und führt sie zurück zu einem prä-epistemologischen Zustand, ein Begreifen vor dem Verstehen. Wir teilen uns außerdem dieses Jahr zum ersten Mal den Messestand mit der Galerie Wschód, die ich im April bei FOAF in Warschau kennengelernt habe. Ich bin gespannt auf den Dialog zwischen Matthieu Haberards und Anders Dicksons Arbeiten.
viennacontemporary
Karl-Farkas-Gasse 19
1030 Wien
Österreich