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Insidertipps Slowenien: Matea Benedetti

Insidertipps Slowenien: Modedesignerin Matea Benedetti

Matea Benedetti gilt als Pionierin im Bereich nachhaltiger Mode. Sie gründete 2019 die Marke „Benedetti Life“ um zu beweisen, dass gutes Design und verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen sich nicht ausschließen. Hier teilt sie mit dir ihre Lieblingsplätze in der Hauptstadt Ljubljana und an der slowenischen Adriaküste.

Irene Hanappi

Matea Benedetti kommt ursprünglich vom Theater bzw. der Oper, wo sie für große Produktionen Kostüme entwarf. Das erklärt, warum ihre Entwürfe heute bei Oscarverleihungen genauso wie bei den Filmfestspielen in Cannes und Venedig getragen werden. Ihre Mode ist zeitlos, oft farbenfroh mit auffälligen Prints wie Tier- oder Naturmotiven. Zur Inspiration gondelt sie quer durch Slowenien und bringt Tipps für Ljubljana, Koper, Portoroz und Izola mit. 

Tierische Rohstoffe ersetzt sie konsequent durch Materialien wie Ananasleder, Bambus, Bio-Wollseide und recycelte Computerchips. Neben den extravaganten Red Carpet Designs entwirft Matea auch alltagstaugliche schlichte Outfits aus nachhaltigen, pflanzlichen und biologisch abbaubaren Stoffen. Hier verrät sie dir ihre Badeplätze am Meer, die Märkte, wo sie auf Schatzsuche geht und die veganen Restaurants, wo ehrlich und mit Hingabe gekocht wird. 

Slowenien-Guide der Modedesignerin

Mit der Schaffung der Fair-Fashion-Marke „Benedetti Life” trittst du konsequent für die Bewahrung der Natur ein. Welche Gastronom:innen leisten in Slowenien die gleiche Pionierarbeit in Sachen Nachhaltigkeit?

Da fällt mir zuallererst Familienrestaurant Grič ein. Hier ist Nachhaltigkeit nicht bloß ein Schlagwort, sondern eine Lebensweise. Man schmeckt den Wald, die Jahreszeiten und die Hingabe. Ich komme meist im Frühling oder Herbst her für ein ausgedehntes, entspanntes Mittag- oder Abendessen und lasse mich voll und ganz auf das Degustationsmenü mit Weinbegleitung ein – ein eher hochpreisiges Erlebnis, aber das ist es mir wert. Unbedingt reservieren!

Ein weiteres gutes Beispiel ist Veganika in Ljubljana. Hier wird pflanzenbasierte Küche elegant und klar interpretiert, ohne belehrend zu wirken. Besonders empfehlenswert sind die saisonalen Vorspeisen, die man sich teilt, sodass jeder von jedem probieren kann. Idealer Zeitpunkt ist unter der Woche zum Mittag- oder frühen Abendessen; das Preisniveau ist moderat, eine Reservierung empfehlenswert.

Welche slowenischen Winzer empfiehlst du?

Auch unter den Winzern Sloweniens gibt es Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit. Eine Legende ist  Aleš Kristančič.  Jede Flasche von „Movia Wines” erzählt ihre eigene Geschichte und trägt einen Hauch von Rebellion in sich. Jede Verkostung ist eine außergewöhnlich kreative Erfahrung in wunderschöner Atmosphäre und mit großartigen Menschen. Ich kommt am liebsten am späten Nachmittag, wenn goldenes Licht über den Weinbergen liegt. Die Signature-Weine sollte man dabei auf keinen Fall auslassen. 

Sehr persönlich und authentisch arbeitet auch Jože Jazbec. Seine Weine sind charakterstark und nicht darauf ausgerichtet, allen zu gefallen. Besonders lohnend ist ein Besuch im Rahmen einer privaten Verkostung nach Terminvereinbarung, bei der oft persönliche Gespräche im Mittelpunkt stehen. Er hat keine eigene Webseite, am besten direkt über die E-Mail jazbec.vina@siol.net kontaktieren.

Als Modedesignerin legst du Wert auf gute Architektur und auf Stil. In welchem besonderen Hotel würdest du sofort selbst mal übernachten?

Ich würde das Garden Village Bled wählen. In einem Baumhaus zu schlafen, fühlt sich für mich an wie eine stille Flucht vor allem Überflüssigen. Am schönsten ist ein Aufenthalt im späten Frühling oder zu Herbstbeginn, wenn das Frühstück am Bachufer und das Abendessen in der freien Natur den Tagesrhythmus bestimmen.

Genauso außergewöhnlich ist die Vila Planinka, ein Ort, der bewusst auf Reduktion, Ruhe und nachhaltiges Design setzt. Im Winter bei Schnee oder im farbenfrohen Frühherbst entfaltet das Haus seine stärkste Wirkung – ideal zum Lesen, Durchatmen und Ankommen.

Du stammst aus Koper, der Hafenstadt am Meer. Was ist neu in der Stadt, wo tut sich was?

Am Titov trg, dem Hauptplatz. Wobei der Zauber nicht direkt von dem Platz ausgeht, sondern von den Gassen dahinter. Hier sollte man sich absichtlich verirren, kleine Ateliers entdecken und der eigenen Intuition folgen.

Besonders lebendig ist auch die Markthalle Pokrita tržnica, die samstags ab dem frühen Morgen das echte, ungefilterte Alltagsleben zeigt. Mein Tipp: Mit Produzenten sprechen und alles kaufen, was nach Sommer aussieht – besonders Zucchiniblüten.

Endlich Ruhe und Luft zum Atmen bringt ein Spaziergang entlang der Küstenpromenade von Koper über Žusterna nach Izola, am besten wochentags bei Sonnenuntergang. Kein Autolärm! Hier „übe” ich das langsam gehen und das Sich-Einfach-Treiben-Lassen.

Wo gehst du hin, wenn du in Ljubljana richtig gut essen willst?

Ins Birdie in Ljubljana: Es ist klein, unaufdringlich und dabei selbstbewusst und besticht durch eine Küche, die genau weiß, was sie tut. Ich habe bis jetzt noch jedes Gericht dort gemocht. Ich geh meist unter der Woche am Abend hin, reserviere einen Tisch nahe der offenen Küche und bestelle das Degustationsmenü (mittleres bis höheres Preisniveau). 

Was sind deine 3 liebsten Insider-Orte in der Küstenregion bzw. im Hinterland von Koper, die du Freund:innen sofort zeigen würdest? 

Erstens: Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Eine kleine romanische Kirche mit bemerkenswerten Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Still, eindrucksvoll und meist menschenleer, vorausgesetzt man meidet die Sommermonate und kommt in der Früh unter der Woche. Für einen Besuch sollte man unbedingt viel Zeit mitbringen.

Zweitens: Der Ferrari-Garten in Štanjel. Štanjel ist ein wunderschönes Dorf ganz aus Naturstein. Im April, wenn die Glyzinien blühen, entfaltet der Garten seine ganze Pracht. Er wirkt friedlich und drängt sich einem nicht auf. Mein Tipp: möglichst wenig tun, spazieren gehen, sich auf einer Bank niederlassen, ein Picknick auspacken.

Drittens: Piran. Am frühen Morgen oder späten Abend durch die engen Gassen schlendern. Von der Stadtmauer aus eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf das Meer und die roten Ziegeldächer. Anschließend zum Meer hinuntergehen, um einen Moment die Stille zu genießen.

 

Wo gehst du am liebsten zum Baden hin? 

Nach Strunjan, in die Kiesbucht unter den Klippen. Dort ist es wild, ursprünglich und immer noch wenig frequentiert. Ich komme meist am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang. Schwimme, lasse mich im Wasser treiben und bleibe meist länger als geplant. Oder an die Plaža Mulet, eine kleine Bucht nahe dem Hafen von Izola. Sie besteht teils aus Kies, teils aus betonierten Liegeflächen und hat sehr klares Wasser.

Deine liebste Spazierroute in Slowenien?

Rožnik  nennt sich ein bewaldeter Hügel, der an den Tivoli-Park in Ljubljana angrenzt. Das ist mein persönlicher Reset-Knopf. Ich gehe da am frühen Morgen spazieren und danach trinke ich Kaffee im Hotel & Bistro Čad.

Kultur-Hotspots in Slowenien abseits klassischer Institutionen … Was fällt dir spontan ein?

Forma Viva. Keine Wände, keine Regale, kein klassisches Museum, sondern eine inspirierende Sammlung von Skulpturen unter freiem Himmel inmitten der Natur. Besonders schön ist es, im Licht des späten Nachmittags langsam umherwandern und sich überraschen lassen.

Shoppingtipps in Slowenien: Wo kaufst du Dinge mit Qualität & Charakter?

Im Center Rog. Dort ist eine neue Generation von Kreativen am Werk – ehrlich, experimentell und lokal verwurzelt. Ich kaufe dort Geschenke, z.B. Schmuck, manchmal auch Kleidung und diese typischen kleinen Dinge, von denen man nicht wusste, dass man sie braucht.

Wo findest du Interior-Objekte, die nicht 08/15 aussehen?

In der Altstadt von Izola, dort kenne ich kleine Ateliers, in denen noch echte Handarbeit entsteht. Oder am Antikmarkt Sonntagvormittag in Ljubljana. Für mich ist es wie eine Schatzsuche, man weiß nie, was man findet.

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