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Insidertipps Montafon: Lena Tschahenz vom Vermala Gut
© Christoph Schöch Photography

Insidertipps Montafon: Lena Maria Tschanhenz

In Teenagerjahren war ihr oft zu wenig los im Montafoner St. Gallenkirch. Nach fast acht Jahren im Ausland genießt sie Natur, Ruhe und frische Luft daheim in Vorarlberg heute umso mehr. Auch für die international erworbenen Kenntnisse gibt’s im wachsenden Familienbetrieb reichlich Verwendung. Ab Dezember 2026 begrüßt Lena Maria Tschanhenz die allerersten Gäste in ihrem nigelnagelneuen Chaletdorf Vermala Gut. 

Barbara Seemann

Man nehme: ein zentral gelegenes Hanggrundstück, idyllische Skipisten und Wanderwege, eine junge Hotelière mit internationaler Erfahrung, dazu eine Familie mit dem Gastgebergen und Bauexpertise. Aus dieser vielversprechenden Mischung ist in St. Gallenkirch das neue Chaletdorf Vermala Gut entstanden.

Lena Maria, die es über New York, Wales, Lausanne und Lund wieder zurück nach Vorarlberg verschlagen hat, ist wieder voll in den Bergen angekommen. Hier verrät sie, welche Lieblingsplätze sie seit ihrer Rückkehr ins Montafon entdeckt und wiederentdeckt hat.

Montafon-Guide aus dem Chaletdorf

Dein persönlicher Lieblingsplatz im Chaletdorf? 

Ganz klar unsere Dachterrasse im Stammhaus – egal ob bei einem Cappuccino am Vormittag oder später beim Abendessen, wenn die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet. Ich mag den wunderschönen Blick über unser Bergdorf, St. Gallenkirch und hinaus ins Tal.

Bergschuhe an und raus in die Natur: Welche Wanderroute rund um St. Gallenkirch wird für dich seit Kindheitstagen nie langweilig? 

Wenn ich nur einen halben Tag Zeit habe, gehe ich immer wieder gerne auf den Gantakopf – auch weil wir als Kinder diesen Weg sehr oft gewandert sind. Sofern der Zeitfaktor weniger wichtig ist, zieht es mich dagegen in die Silvretta. Dort oben, umgeben von den Dreitausendern, wird es automatisch leiser – im Kopf genauso wie rundherum. Man kommt einfach zur Ruhe. Es geht gar nicht anders.

Vom Chaletdorf ist es nicht weit auf die Piste. Welche Heimstrecke fährst du selbst am liebsten? 

Meine absolute Lieblingsstrecke beginnt ganz oben bei der Bergstation, der Rinderhütte, auf 2.275 Metern. Von dort geht es hinunter bis zur Madrisellabahn auf 1.682 Metern, an ihr vorbei und weiter durch den Märchenwald bis nach Garfrescha. Insgesamt sind es knapp 5,6 Kilometer und rund 809 Höhenmeter. Da dürfen die Oberschenkel schon einmal ordentlich brennen. Wenn es gegen Ende des Skitages geht, nehmen wir von Garfrescha gleich noch die Talabfahrt mit. Ansonsten wird dort eingekehrt. Und man glaubt es kaum: Auch ich habe mich noch nicht am Kaiserschmarren sattgegessen und genieße beim Skifahren diesen Klassiker.

Schau dir Lifte und Pisten im Montafon an.

Wo kehrst du mit Ski- oder Wanderschuhen besonders gerne ein? 

Beim Vermala Wirt, dem Herzensprojekt meines Bruders und meiner Schwägerin. Da er direkt an der Talabfahrt liegt, gehört der Einkehrschwung für mich eigentlich zu jedem Skitag dazu. Dort freue ich mich auf klassische Hüttenspezialitäten und ab dem Nachmittag darf es auch gerne ein bisschen Après-Ski sein. 

Wenn wir einmal alle gemeinsam Zeit haben, gehen wir sehr gerne in die Lammhütta in Gaschurn auf ein gutes Glas Wein oder zur Wormser Hütte. Dort, sagt man, gibt es den besten Apfelstrudel im Tal – und den testen wir natürlich gerne immer wieder.

Du planst einen netten Abend mit Freund*innen? Wo reservierst du? 

Am liebsten gehe ich in die Montafoner Stube im Hotel Madrisa in Gargellen. Das ist für mich ein richtig authentischer Ort – sehr herzlich von Familie Rhomberg geführt und die Küche ist einfach köstlich. Für einen geselligen Abend in größerer Runde mag ich auch den Gasthof Kreuz bei Familie Schmid in Schruns sehr gerne. Dort gibt es eine große Auswahl an Käsefondues. Dieses gemeinsame Essen macht einfach Spaß.

Ein besonders romantisches Platzerl im Montafon? 

Puh, schwierig – davon gibt es im Montafon wirklich einige. Ich mag besonders die ruhigen Plätze im Wald. Wenn ich bei uns vom Genusshotel loslaufe, führt der Weg durch einen wunderschönen Wald mit viel Moos, kleinen Bächen und ganz viel Ruhe. Am Ende kommt man zu einer Kneippstelle, die richtig schön in die Natur eingebettet ist. Das hat schon etwas sehr Romantisches. Aber auch oben beim Gipfelkreuz am Grappeskopf, wenn das Abendrot über dem Tal liegt und man weit über das Montafon hinausschaut, ist es besonders schön. 

Wer macht den besten Käse in der Region? 

Mein Lieblingskäse kommt von der Alpe Nova. Familie Wieser macht dort einen wirklich großartigen Job und vermittelt das Alpleben auf eine sehr herzliche und authentische Art. Unsere Gäste lieben den kleinen Einkehrschwung auf eine frische Buttermilch und natürlich den Käse.

Du besuchst Freund*innen im Ausland. Was bringst du ihnen aus St. Gallenkirch und Umgebung mit?

Ein geräuchertes Hirschfilet aus der Montafoner Jagd – das ist für mich wirklich unschlagbar. Oder eine handgefertigte Zirbenschüssel vom Holzküfer in St. Gallenkirch. Das ist einfach ein wunderschönes Geschenk, in dem ganz viel Handarbeit steckt. Am besten bringt man gleich beides mit. Zusammen mit einem frischen Laib hausgemachtem Brot ist das Aperitif-Programm eigentlich schon komplett.

Welche interessante Persönlichkeit aus dem Montafon möchtest du uns gerne vorstellen?

Ich würde hier gar nicht eine einzelne Persönlichkeit nennen, sondern eigentlich die Montafoner selbst. Unsere Region ist über Jahrhunderte unter anderem von walserischer und rätoromanischer Kultur geprägt worden. Und genau dieses Aufeinandertreffen sieht man bis heute. Besonders schön finde ich das beim traditionellen Montafoner Haus: Die Walser*innen bauten viel mit Holz, die Rätoroman*innen vor allem mit Stein. So entstand schon früh diese typische Verbindung aus beiden Materialien. Viele dieser Häuser stehen seit mehreren hundert Jahren und prägen unser Tal bis heute. Genau das möchten wir auch mit unserem neuen Bergdorf Vermala Gut aufgreifen. Man muss nicht immer etwas völlig Neues erfinden. Manchmal ist es viel schöner, das zu schätzen und neu zu interpretieren, was unsere Vorfahr*innen über Generationen geschaffen haben. Diese besondere Mischung findet man übrigens nicht nur in der Architektur, sondern auch in unserer Tracht und natürlich im Dialekt – wobei man uns zumindest außerhalb Vorarlbergs sowieso kaum mehr versteht. In Wien hält man uns gerne einmal für Schweizer*innen.

Danke für deine wertvollen Insidertipps, Lena Maria!

Hier triffst du sie: 

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