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Portrait Carlo Silvestrini
© Carlo Silvestrini

Insidertipps Caorle: Galerist Carlo Silvestrin

Carlo Silvestrin ist Galerist und Kurator – und der kreative Kopf hinter dem Caorle Sea Festival. Mit seinem Studio in Padua begleitet er seit Jahren zeitgenössische Kunstprojekte und bringt internationale Künstler:innen in den Dialog mit Orten und ihren Geschichten. Hier teilt er seine Insidertipps für Caorle.

Sandra Piske

Seit der ersten Ausgabe 2022 verwandeln internationale Street Artists beim Caorle Sea Festival Fassaden, Hotels und öffentliche Gebäude in eine offene Galerie – inspiriert vom Meer, der Lagune und der Fischereitradition des Ortes. Carlo Silvestrin ist einer der Kreativen hinter dem Projekt. Er wählt die Künstler:innen mit einem klaren Blick: starke visuelle Sprache und die Fähigkeit, sich auf die Identität eines Ortes einzulassen.

Das Festival und seine Spuren tragen dazu bei, dass sich Caorle in den letzten Jahren in eine große Erlebnis-Galerie verwandelt hat. Also haben wir Carlo nach den Orten gefragt, an denen er die Stadt am intensivsten erlebt.

Caorle-Guide von Carlo

Wo hat dich Caorle zuletzt so richtig fasziniert?

Mich fasziniert immer wieder, durch die Straßen zu gehen, in denen die Murals der letzten Festival-Ausgaben inzwischen ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Zu sehen, wie Menschen stehen bleiben, nach oben schauen, Fotos machen oder einfach mit dieser Kunst leben, überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Es zeigt mir, wie sehr Kunst Teil eines Ortes werden kann.

Caorle ist beliebt wegen seiner Altstadt und der Nähe zum Meer. Wo spürst du den Ort selbst am stärksten?

Für mich liegt die Seele von Caorle auf der kleinen Landzunge mit dem Dom, dem zylindrischen Glockenturm und der Kirche Madonna dell’Angelo – direkt am Adriatischen Meer. Hier treffen Geschichte, Glaube und Wasser aufeinander. Dort spürst du unmittelbar, wie eng dieser Ort mit dem Meer verbunden ist.

Wo erlebst du in Caorle Kreativität am stärksten – ganz konkret?

Am intensivsten ist der Moment, wenn ein Mural entsteht und die Stadt ganz normal weiterläuft. Plötzlich taucht Kunst an einem vertrauten Ort auf. In diesen Augenblicken verschmelzen Architektur, Menschen und künstlerischer Prozess auf eine sehr natürliche Weise. Über die Jahre sind viele solcher Orte in der Stadt entstanden, einige davon an Hotels.

Wohin gehst du selbst, wenn du Kunst erleben willst?

Ich gehe dann zur Scogliera Viva – dieser Freiluftgalerie entlang der Uferpromenade, in die Skulpturen direkt in die Felsen gehauen sind. Das ist ein besonderer Ort, an dem zeitgenössische Kunst direkt auf die Landschaft trifft.

Nach einem langen Festivaltag: Wo sitzt du dann am liebsten?

Am liebsten in einem kleinen Restaurant in der Altstadt. Einfache, lokale Gerichte, viel Fisch – die Küche hier ist noch stark von der Fischereitradition geprägt. Dazu ein Glas Weißwein und diese Atmosphäre in den alten Gassen.

Gibt es einen Ort, zu dem du immer wieder zurückkehrst?

Ja, diese kleinen, familiengeführten Trattorien in der Altstadt. Sie haben eine Authentizität, die ich sehr schätze. Dort spürt man noch den Rhythmus und die Gastfreundschaft eines echten Fischerortes.

Dein perfekter Morgen in Caorle – wie beginnt er?

Mit einem Spaziergang durch die Altstadt, bevor sie richtig erwacht. Das Licht, die Farben der Häuser, diese Ruhe – das ist etwas Besonderes. Danach ein Kaffee in einem kleinen Café, am liebsten mit Blick auf den Hafen.

Wie endet ein perfekter Festivalabend für dich?

Wenn Künstler:innen, Einheimische und Besucher:innen ganz selbstverständlich rund um die entstehenden Arbeiten zusammenkommen. Gespräche entstehen, Menschen bleiben stehen, Kinder schauen beim Malen zu. Genau diese ungeplanten Momente machen für mich den Geist des Festivals aus.

Zum Schluss: Wo in Caorle fühlst du dich als Insider?

In der Lagune hinter Caorle – zum Beispiel Richtung Falconera (Via dei Casoni). Nur ein paar Minuten vom Trubel entfernt findet man dort eine völlig andere Welt: Wasserlandschaften, Fischerhütten, Stille. Es ist ein riesiges Naturgebiet, das sich bis Bibione zieht – schon Ernest Hemingway war davon fasziniert.

Danke für deine wertvollen Tipps, Carlo!

Hier triffst du ihn:

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