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© Binzer Bucht Tourismus/Christian Thiele

Insidertipps Binz & Prora auf Rügen: Jan Seidler

Jan Seidler ist Spurensucher. Als pädagogischer Mitarbeiter im Dokumentationszentrum Prora gräbt er seit fast zwanzig Jahren nach Geschichten zum unvollendeten „KdF (Kraft durch Freude)-Seebades Rügen“ – einem monumentalen Ferienprojekt der NS-Zeit. Im Interview nimmt er uns mit zu seinen Lieblingsplätzen auf der Insel.

Karin Wasner

Es ist nicht selbstverständlich, dass Jan und seine Kolleginnen und Kollegen auf Rügen an der Aufarbeitung und Dokumentation der Geschichte des KdF-Seebades arbeiten. Seit 25 Jahren kämpfen sie für die historische Perspektive auf Prora. Jan und seine über zwanzig Kolleg*innen begrüßen rund 80.000 Besucher*innen jedes Jahr, die sich über das geplante „Kraft durch Freude Seebad Rügen“ und die militärische Nutzung während der DDR-Zeit informieren. Jan zeigt uns, wo und wie sich aus einem Ort der Erinnerung ein lebendiger Kultur- und Erlebnisraum entwickelt.

Was können Besucher*innen im Dokumentationszentrum Prora erleben?

Bei uns gibt es verschiedene Zugänge zur Geschichte des Ortes. Neben den klassischen Ausstellungsbereichen mit Hör- und Videostationen, können unsere Besucher*innen digital in die Gebäude „reingehen“. 
Aktuell läuft das Erasmus Projekt „Memory meets future“ – mit internationalen Partnern aus vier Ländern. In Berlin und in Prora beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit historischen Orten und aktuellen gesellschaftlichen Diskursen. Sie stellen die Frage: „Wie kann ein gemeinsames Zusammenleben aussehen?“ 
 

Was darf man bei euch auf keinen Fall verpassen?
 

Für mich persönlich ist unsere wöchentliche Radtour ein Geheimtipp. Wer das gesamte Gelände mit einem Guide erkunden möchte, ist da gut aufgehoben. 

Wo tut sich was in Prora?

Prora Mitte beziehungsweise das Zentrum der historischen Anlage ist sehr spannend. Der Kontrast zwischen den verschiedenen Zeitabschnitten und die heute bunte Kaianlage, wo direkt am Strand Veranstaltungen wie die Barfußkonzerte stattfinden – und natürlich der Strand selbst. Meine Freunde schwärmen vom Café Kaffeebrise am Südstrand. Die nennen sich „Rüganer Kaffee-und Stullen-Bude“ und sind für Frühstück, Brunch und Lunch bekannt: süße und herzhafte Croissants, Brioche, Müsli, Kuchen und kreativ belegte Stullen. Und für guten Kaffee wird dort auch gesorgt.

Nach einem langen Tag im Dokumentationszentrum: Wo treffen wir dich auf einen Drink mit Freund*innen?

Im Braugasthaus Dolden Mädel. Dort gibt es leckeres Bier.

Wo buchst du einen Tisch, wenn du abends gut essen gehen willst?

Aktuell das Buddhas Bowl Rügen in Binz. Das Essen schmeckt dort mega gut und die Menschen sind wirklich nett. Was mir in Erinnerung geblieben ist: Zum Snacken wird Popcorn mit eigens kreierter Spice-Mischung serviert. Das hat sogar mich als Popcorn-süß-Liebhaber überzeugt.

 

Hast du einen Tipp für Frühstück oder Brunch?

Da würde ich das Zand&Zee an der Strandpromenande in Binz empfehlen. Vor allem, weil die Poffertjes dort so lecker sind. Diese Mini-Pfannkuchen sind eine niederländische Spezialität, hier gibt es sie sogar vegan. Sie schmecken süß aber ebenso herzhaft-würzig – also zum Beispiel erst „Hotdog Style“, dann „Pistachio Heaven“. 
 

Apropos Naschkatzen: Wo finden wir das beste Eis, den besten Kuchen?

Das beste Eis gibt es bei Monsieur Dali in Prora. Mein Favorit ist und bleibt Rhabarber-Eis. 
Den besten Kuchen findest du im Rosencafé in Putbus. Nach hausgemachter Torte oder Kuchen sollte man unbedingt noch durch den historischen Schlosspark zu Putbus spazieren.

 

 

Prora im Sommer: Was ist dein persönlicher Geheimtipp?

Erst eine Wanderung durch die Wälder am Kleinen Jasmunder Bodden und danach zum Strand und in die Ostsee springen.

 

Wo buchst du ein Hotelzimmer für Freunde, die auf Besuch kommen?

Unterkünfte für Freunde und Freundinnen buche ich meistens im IFA Ferienpark. Dort ist alles beisammen: Schwimmbad, KidsClub, Spielplatz und der Ferienpark liegt direkt am Strand.
 

Wo gehst du hin, wenn du abschalten willst?

Ich würde in der Granitz wandern gehen. Los geht es am Ortsrand in Binz, auf dem Steiluferweg entlang, mit einem Abstecher zum Schwarzen See und zum Aussichtspunkt Waldhalle. Zum Abschluss mache ich einen Abstecher zum Jagdschloss Granitz und von dort zurück nach Binz.

Ein freies Wochenende, du willst mal raus. Wohin geht’s?

Ich schnappe mir mein Fahrrad und lasse mich durch die tolle Landschaft treiben. Eine von vielen perfekten Runden könnte so aussehen: Start in Stralsund, dann über Dreschvitz zur Schlossruine Pansevitz, von dort zur Wittower Fähre. Auf der Halbinsel Wittow geht es nach Dranske und danach entlang der Küstenlinie durch den Märchenwald zum Kap Arkona. Über die Schaabe würde ich auf die Halbinsel Jasmund fahren und in Glowe eine schwere Entscheidung treffen müssen: entweder durch den Nationalpark Jasmund mit dem schönen Buchenwald über Sassnitz oder entlang des Großen Jasmunder Boddens zurück nach Prora/Binz. Zum Glück wohne ich in Stralsund und kann so manchen schweren Entscheidungsprozess mit dem Satz „Ach, dann fährst du nächste Woche die andere Strecke“ beenden. 

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Wir von der Insiderei lieben Transparenz. Deswegen möchten wir dir sagen, dass dieser Beitrag in Kooperation mit dem Reiseland Deutschland im Rahmen der Nachhaltigkeitskampagne FEEL GOOD erstellt wurde. Der Beitrag wurde – bei völliger redaktioneller Freiheit – finanziell unterstützt.

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