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Portrait Nele Winkler vor dem Haffhus Hotel
© Haffhus Hotel

Insidertipps Stettiner Haff: Nele Winkler vom Haffhus Hotel

Nele Winkler führt das Haffhus Hotel & Spa am Stettiner Haff gemeinsam mit ihrer Familie – mit einem klaren Blick für Nachhaltigkeit und einem feinen Gespür für das, was diesen Ort besonders macht. Hier teilt sie die Lieblingsplätze ihrer Heimat.

Sandra Piske

1999 starteten ihren Eltern mit 18 Zimmern – über die Jahre ist daraus ein schöner großer Rückzugsort gewachsen. Heute hat das Haffhus 71 Zimmer und Appartements, einen weitläufigen Garten mit direktem Zugang zum Wasser, einen Spa mit Salzwasserpool und Saunen sowie ein Restaurant, das auf regionale und saisonale Küche setzt.

Das Haffhus bezieht Haltung in punkto Nachhaltigkeit. Energie wird hier seit Jahren selbst produziert und Ressourcen kommen ganz bewusst zum Einsatz. Auch die Zimmer haben Charakter: individuell gestaltet, mit eigenen Themen und einem Blick, der immer hinausführt – auf Wasser, Weite und Landschaft und bis zur Insel Usedom.

Nele ist an diesem Ort aufgewachsen und kennt das Stettiner Haff ganz genau. Sie zeigt uns, wie sie die beliebte Lagune an der Ostsee am liebsten erlebt: draußen, in Bewegung und nah an der Natur.

Wenn du bei dir am Stettiner Haff losradelst – welche Strecke ist ein Klassiker für dich?

Ich fahre gern Richtung Altwarp. Ich starte bei uns am Haffhus und bin eigentlich sofort in der Natur – unterwegs geht’s dann durch kleinere Orte wie Vogelsang und Warsin. Was ich daran mag: Man ist direkt draußen, ohne Übergang. Kein Verkehr, kein Trubel – nur Wege, Wald und immer wieder der Blick aufs Haff. Das begleitet einen die ganze Zeit.

Gibt es einen Halt auf dem Weg, an dem du stoppst?

Zwischen Vogelsang-Warsin und Siedlung Altwarp liegt die Aussichtsplattform Stettiner Haff direkt am Weg. Da halte ich eigentlich immer an. Von dort hat man einen weiten Blick übers Stettiner Haff. Es ist ein riesiges Gewässer, wirkt aber oft ganz ruhig. Gerade morgens oder abends ist das Licht besonders schön – und man merkt, wie viel Natur hier noch ist.

Wo trifft man dich in Altwarp?

Ich fahre in Altwarp zum Hafen – ein wirklich wunderschöner kleiner Fischereihafen, der noch sehr ursprünglich ist. Es ist dort ganz urig, niedlich kleinen Boote liegen an den Anlegern – und überall stehen Bänke mit Blick aufs Haff. Ich setze mich da oft einfach hin und gucke mir das Treiben an. Oder ich setze mich in eines der kleinen Lokale und trinke etwas. Viele wissen gar nicht, dass dies der nordöstlichste Hafen Deutschlands ist – direkt an der polnischen Grenze.

Gibt es einen Zwischenstopp, der für dich besonders ist?

Ja, hinter dem Hafen Richtung Binnendünen. Da lasse ich das Fahrrad stehen und gehe noch ein Stück zu Fuß weiter. Die Altwarper Binnendünen sind wirklich besonders. So eine Landschaft erwartet man hier gar nicht – Sandflächen, Kiefern und dazwischen immer wieder Wasser. Wir nehmen oft eine Picknickdecke und eine Kleinigkeit zum Snacken mit. Wenn die Sicht gut ist, kann man bis Neuwarp schauen, das schon auf der polnischen Seite liegt. Und man sieht die polnische Naturinsel Łysa Wyspa. Alles ist ganz ruhig, man hört eigentlich nur Wind und Vögel.

Wohin ziehst du dich an trubeligen Hochsaisontagen zurück?

Hinter den Binnendünen liegt der Ueckermünder Heide mit vielen gut ausgeschilderten Wander- und Radwegen. Wir spazieren da gerne durch das Wacholdertal, ein geschütztes Naturgebiet am Haff. Es ist für seine riesige Wacholder-Population bekannt – auch “Zypresse des Nordens“ genannt. Da trifft man wirklich kaum mal eine Menschenseele. Das ist für mich auch ein nachhaltiger Umgang mit der Region – man nimmt sich Zeit, bewegt sich draußen und entdeckt Dinge, ohne viel Infrastruktur zu brauchen.

Du hast jede Menge Wasser vor der Tür. Stichst du manchmal in See?

In der Sommersaison kann man jetzt mit dem Fischkutter von Altwarp nach Neuwarp rüberfahren. Das habe ich bisher noch nicht gemacht, dafür aber in die andere Richtung nach Ueckermünde. Da gibt es eine tolle Tour. Man fährt mit dem Fahrrad oder dem Auto zum Ueckermünder Strand, badet eine Runde und wandert die Straße Am Strande weiter. Ich nenne sie die „Märchenallee“, weil dort rechts und links geschnitzte Märchenfiguren stehen.

Über eine historische Holzklappbrücke gelangt man dann direkt an den Stadthafen, in dem die Ucra liegt. Das ist eine mittelalterliche Ostsee-Kogge, die aufgearbeitet wurde. Die kleine Runde mit der Ucra aufs Haff habe ich schon einige Male mitgemacht. Es geht dabei mehr um das Feeling, man steuert keinen Hafen an. Wer fragt, darf sich die Kajüten und das Schiffsinnere angucken. Das Team an Bord arbeitet ehrenamtlich – und ist sehr engagiert.

Am Hafen gibt es ein gutes Restaurant – das Rote Butt. Die Küche ist etwas gehobener, und abends werden ausschließlich Menüs serviert.

Was, wenn es eine kleinere Tour sein muss?

Wir vermieten SUPs und dann paddele ich mit dem Bord zum Bellini Beach. Er liegt zwei Buchen von uns entfernt , man ist in ca. 20 Minuten da. Am Strand gibt es Gastronomie, Beach Volleyball, einen SUP- und Kanu-Verleih. Alternativ laufe ich zu Fuß durch den Wald hin – das ist quasi meine Hunderunde.

Wo gehst du im Sommer gerne draußen essen?

Am liebsten an meinen „Picknick-Strand“ in Altwarp-Siedlung. Man stellt das Auto ab und läuft querfeldein zum Strand. Wichtiger Tipp: Mückenspray für den Rückweg mitnehmen. Gerade vormittags ist dort nichts los, hier ist es selbst in der Hochsaison schön ruhig. Das ist wirklich ein Geheimtipps der Locals.

Wo triffst du sonst noch nur Einheimische?

In Mönckebude am Strand sind in der Regel auch nur Locals. Ich habe an den Ort schöne Kindheitserinnerungen – vor allem an die Eisdiele. Die Besitzer haben inzwischen gewechselt, aber es gibt wie früher immer noch Softeis.

Gegenüber von der Eismanufaktur ist der Herzbäcker, von dem wir unser Backwaren fürs Frühstück beziehen. Der Laden ist wie ein kleiner Minimarkt, in dem man sich mit Kuchen und Co. für den Strand eindecken kann.

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