Ein Sturm der Erholung: Architektur-Hideaway in der Rhön
Ein eigener Hotelpark, Gartensauna, Naturschwimmteich und Naschgarten – im bayerischen Hotel Sturm tankst du neben Entspannung und Wellness auch gleich spannende Architektur, Kunst und 100-Prozent-Biogenuss mit ein. Und das mitten im Unesco-Paradies.
Mellrichstadt, Bayern. Aus einem ehemaligen roten Klinkerbau entpuppt der renommierte Nürnberger Architekten Prof. Matthias Loebermann nach und nach das Sturm – ein Bio-, Wellness- und Designhotel. Mit dem Shuttle bist du in ein paar Minuten vom Bahnhof da und stehst plötzlich vor einem Haus, das im 5.000-Seelen-Ort ziemlich heraussticht: ein weißer Turm im Holzkleid, direkt am Rand des Biosphärenreservats Rhön. Mittendrin ein Naturschwimmteich, an dem das Froschkonzert den Soundtrack übernimmt.
Gastgeber Christa und Matthias Schulze Dieckhoff – inzwischen auch schon mit Unterstützung ihrer Söhne Julius und Xaver – haben das Familienhotel in ein modernes Architektur-Hideaway verwandelt. Als die beiden das Hotel Sturm 1996 von Christas Vater Otto Sturm übernahmen, war schnell klar: dahinter steckt viel Geschichte, aber wenig Gegenwart. Also Neustart, aber behutsam. „Uns war wichtig, den Baukörper von 1976 zu erhalten – als Hommage an die Geschichte – und ihn zugleich in die Gegenwart zu holen.“ erklärt Matthias.
Der rote Klinker blieb, bekam jedoch eine weiße Kalkschlämme verpasst, dazu Lärchenholz als warme Hülle. Drinnen wurden Lobby, Rezeption, Zimmer und Restaurant neu gedacht, während die alte Stube mit grünem Kachelofen weiterhin ihre Geschichte erzählt. Zwischen Baustellenbuch in der Lobby und einem freigelegten Stück Originalklinker zeigt sich, was „Sturm Reloaded“ bedeutet: Verwandlung mit Respekt.
Ein Highlight im Haus? Die energieautarken Gartenblick-Zimmer. Sobald du die Türe hinter dir schließt, übernimmt der Holzduft. Dazu helle Töne, klare Formen – modern und angenehm ruhig. Durch große Fensterfronten öffnet sich der Raum zur eigenen Terrasse, mit direktem Zugang in den Garten. Der eigene Zimmertrakt aus Holz arbeitet mit Erdsonden und Photovoltaik auf den Dächern – und liefert somit eigenständig Energie. Genau diese Mischung aus Design und Nachhaltigkeit brachte Prof. Matthias Loebermann 2024 den „Best Architects Award“ ein.
Gleich vor dem Zimmer breitet sich auf 20.000 Quadratmetern ein Paradies aus: Bäume, Blumen, Sträucher wohin das Auge blickt. Dazwischen stille Ecken und ein Naturschwimmteich. Im Sommer pflückst du hier Erdbeeren, Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren direkt vom Strauch, bei Kräuterführungen lernst du, was wofür gut ist. Ab und zu kreuzt der Koch deinen Weg, mit Kräutern in der Hand, die später auf deinem Teller landen. Das hauseigene Bienenvolk, das aus dem Garten zuletzt 60 Kilo Honig gemacht hat, summt währenddessen geschäftig vor sich hin.
Von draußen geht der Garten in den Wellnessbereich über. Der Spa im Sturm ist eine wohltuende Fortsetzung der Natur: ökologisch angelegter Schwimmteich, Liegen im Grünen, dazu ein Inhouse-Spa, den Christa und Matthias gemeinsam mit Architekt Ike Ikrath vom Hotel Miramonte und Haus Hirt entwickelt haben. Drinnen schaffen zwei Saunen, Dampfbad, Frischluftgrotte und Ruheräume einen Ort zum Nachspüren. Auf der Behandlungsliege kommen zertifizierte Naturkosmetikprodukte von Team Dr. Joseph zum Einsatz – etwa bei Antistress Massagen, Thermostone-Treatments oder Kräuteranwendungen. Yoga, Meditation und Klangreisen haben ihren Fixplatz: mal im lichtdurchfluteten Yoga-Raum, mal auf der Plattform am Teich, wo du das Wasser nebenbei plätschern hörst – und merkst, wie dein System langsam runterfährt.
Mit dem Restaurant-Neubau Otto’s sortiert sich auch die Küche im Hotel Sturm neu. Du startest mit einer kleinen Parade aus Vorspeisen und Salaten, wanderst dann rüber zur Live-Cooking-Station und schaust zu, wie dein Teller entsteht. Nebenbei reichen dir die Köch*innen schon mal einen „Story-Teller“ – eine kleine Karte, die genau erzählt, woher die Zutaten kommen und warum hier alles bio und möglichst regional gedacht ist.
„Es gibt täglich Fisch, Fleisch, vegetarische und vegane Optionen – jeder wählt, was ihm schmeckt und kommt direkt mit unseren Köch*innen ins Gespräch“, erklärt Gastgeberin Christa das Prinzip. Viele Zutaten stammen direkt aus dem Hotelgarten. Der Rest ist möglichst regional und von Bio-Betrieben. „Statt starrer Speisekarten kaufen wir, was gerade frisch und gut verfügbar ist – und reduzieren so Food Waste“, so Matthias.
Willst du Kilometer sammeln, startest du direkt vor der Haustür: Die Rhön als Unesco-Biosphärenreservat liegt dir zu Füßen – mehr als 9.000 Kilometer Wanderwege, Berge, Seen, Moore, weite Höhenzüge. Die Hochmoore solltest du dir fest einplanen, sie gehören zu den stillsten und eindrücklichsten Orten der Region. Biker*innen kommen genauso auf ihre Kosten: 100 Haupt- und Zielrouten sind an etwa 150 Knotenpunkten vernetzt, von entspannten Flowtrails bis zu knackigen Singletrails. Ebenfalls eine Reise wert: die Kunst im Haus. Gemälde, Skulpturen und Plastiken von regionalen Künstler*innen machen das Hotel zur exklusiven Galerie. Gefällt dir ein Stück, kannst du es auch gleich kaufen.
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Ignaz-Reder-Straße 3
97638 Mellrichstadt
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