New York

Blue Hill New York: Farm-Restaurant als Foodie-Pilgerort

35 Minuten braucht der Zug von Grand Central New York zu Blue Hill. Ein Farm-Restaurant, in dem Dan Barber mit hoher Kochkunst, Gemüse in Szene setzt. Ein Pilgerort für Foodies.

Die 35 Minuten Zugfahrt von Grand Central Station zahlen sich aus. Das Stone Barns Center nördlich von New York ist Heaven on Earth für Foodies und Ernährungsgeaks. Eine Vier-Jahreszeiten-Farm inklusive Bildungszentrum, in der Experten nachhaltigen Umgang mit den eigenen Ressourcen vermitteln. Das dazugehörige Restaurant nennt sich Blue Hill at Stone Barns und trägt die Philosophie weiter.

Dan, David und Laureen Barber himmeln ihr Gemüse an. Die drei sind Eigentümer der Farm und führen auch das dazugehörige Restaurant. Wenn Dan mit einem Topf Erbsen vom Ackerland zurück kommt, hält er ihn wie einen Schatz in den Händen. Drei Stunden später, landet der Inhalt als Püree unter einer feinen Mortadellascheibe und in einem Quiche-ähnlichen Canapé auf dem Teller des Gastes. Die Zeit zwischen Ernte und Verzehr ist im Blue Hill so kurz wie nur möglich. Schon bei der Ankunft in Westchester County, kommen einem die Hühner und Schafe der Farm entgegen. Sie haben ein schönes Leben.

Dan Barber und Küchenchef Michael Anthony kochen in einer anderen Liga. Barber hat sein Wissen über Ernährung und Fitness schon mit den Obamas im Weißen Haus geteilt. 2009 wurde er vom Time Magazine zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gekürt. Schön, wenn die restlich 99 auch in so einer Verbundenheit mit der Natur stünden wie er.

Dill schmeckt bei ihm intensiver, fast wie ein anderes Kraut. Das Aroma der Mandeln ähnelt frischem Marzipan. Barbers Menüs ändern sich je nach Jahreszeit. Es kann schon vorkommen, dass Spargel die Hauptkomponente jedes einzelnen Ganges übernimmt. Macht nichts, Barber und Anthony wissen, wie man ihn auf unterschiedlichste Art in Szene setzt. Das Essen beginnt mit einer Konversation mit dem Küchenchef. Er reicht ein kleines Büchlein, in dem die Nahrungsmittel des Monats aufgelistet stehen. Dann fragt der Kellner nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Und, wieviel Zeit man für sein Essen hat. Wer kein Limit setzt, dessen Abend kann schon mal über fünf Stunden dauern.

Der Essbereich, eine alte Scheune, ist bewusst unaufgeregt gestaltet. Ohne Kunst oder Chi Chi. Der Gast soll den Blick lieber auf das Essen oder die Fenster richten, hinaus zu den Wiesen und Wäldern.
Die Weinkarte im Blue Hill ist lang und ausgewogen. Geographisch mit Fokus auf Europa und dem Napa Valley.

Blue Hill at Stone Barns

630 Bedford Road, Sleepy Hollow, New York, USA

http://www.bluehillfarm.com/dine/stone-barns