Kapstadt

Insider Kapstadt: Trevyn & Julian McGowan

Südafrikas Design-Power-Paar Trevyn und Julian McGowan kuratierten 2014 im Rahmen des World Design Capital-Programms die erste Guild International Design Fair.

Trevyn und Julian McGowan sind Südafrikas Design-Power-Paar. Nach 22 Jahren in London kehrten sie 2003 ins Westkap zurück, von wo aus sie mit ihrer Agentur Source südafrikanisches Design weltweit vermarkten und exportieren. 2008 folgte die Gründung der Southern Guild, einer Plattform für sammelwürdige südafrikanische Designobjekte, mit der sie in den letzten Jahren bei Design Miami, Design Days Dubai und Collective in New York vertreten waren. 2014 kuratierten sie im Rahmen des World Design Capital-Programms die Guild International Design Fair, Afrikas erstes globales Designfestival, und eröffneten „The Watershed“.

Kapstadt war 2014 das „World Design Capital“. Da hat sich Einges getan, auch bei Ihnen?
Ja, bei uns war ziemlich viel los! Zuerst kam die Guild International Design Fair, dann unser erstes „Business of Design“ Seminar. Im November eröffneten wir die erste permanente Galerie der Southern Guild in Woodstock (Unit 1, 10-16 Lewin Street), und zwischendurch lancierten wir „The Watershed“ in der V&A Waterfront – mit dem Ziel daraus den besten Kunst- und Designmarkt Südafrikas zu machen. (www.waterfront.co.za/Shop/watershed)

Das World Design Capital Jahr hat Kapstadts Kreativ-Szene so richtig angekurbelt. Welcher Trend ist Ihnen in letzter Zeit aufgefallen?
Ein neugefundenes Vertrauen in Südafrikas Stimme und einzigartigen Stil.

Wo liegt Kapstadts Designviertel?
Der absolute Designbezirk Kapstadts, oder besser gesagt des ganzen Landes, ist Woodstock. Als Southern Guild stellen wir jedes Jahr eine „Design District Map“ her – ein Wegweiser zu 42 der besten Designstudios.

Was unterscheidet Kapstadt von anderen, etablierten Designstädten?
Handwerk ist eine alte Kunst in Südafrika, aber Design als eine organisierte Branche gibt es erst seit 10 bis 15 Jahren und reift jetzt erst heran. Wir bringen Frische, Originalität, Uneingeschränktheit und Vorstellungskraft in die Designwelt. Natur, Sozialverantwortung, Handarbeit, die Kunst, Geschichten zu erzählen und unsere politische Realität – das alles ist dabei verlinkt.

In welche Designer sollten wir jetzt investieren?
Gregor Jenkin (1 Argyle Street) sprengt die künstlichen Grenzen von herkömmlichem Mobiliar. Die afrikanische Ästhetik von Dokter and Misses ist wirklich einzigartig (68 Juta Street, Johannesburg). Kunstkenner reißen sich um John Vogels „Bloom“, einen Couchtisch, der in einzelne Mini-„Blumentische“ zerlegt werden kann (The Foundry, 160 Albert Road). Andile Dyalvanes Keramik mit dezentem afrikanischen Touch findet weltweit Gefallen (Imiso Ceramics, Unit A102, The Biscuit Mill, 375 Albert Road). Und die Stücke von Bronze Age sind super schrullig. Ihr neuestes Werk, „Welcome To My World“, ist ein lebensgroßer Gorilla, in dessen Brust ein Barschrank wohnt. Lustiger geht’s nicht! (The Foundry, 160 Albert Road).

Apropos Investition – der beste Ort, um Kunstwerke zu erstehen?
Die Galerien Whatiftheworld (1 Argyle Street) und Michael Stevenson (Buchanan Building, 160 Sir Lowry Road) stellen einige der besten Kunstwerke des Landes aus. Bei Whatiftheworld sollte man unbedingt in den ersten Stock schauen, um Schätze zu finden, die nicht in den monatlichen Ausstellungen im Erdgeschoß mit dabei sind.

Bleiben wir noch kurz beim Thema Galerien. Welche besuchen Sie persönlich am liebsten?
Das Studio von Gregor Jenkin und die Galerie Whatiftheworld sind gerade einmal 20 Meter voneinander entfernt, im Zentrum von Woodstocks Design- und Kunstszene (1 Argyle Street). Die monatlichen Ausstellungen von Whatiftheworld finde ich inspirierend, und ich schaue immer gerne bei Gregor vorbei, um zu sehen, was er sich hat einfallen lassen. In der Woodstock Foundry bekommt man nicht nur die Kunstwerke von Bronze Age zu Gesicht, sondern kann auch auf Tour gehen, um zu sehen, wie andere Künstler ihre Bronzeskulpturen gießen (160 Albert Road).

Wie wir hören, leben Sie etwas abseits des Trubels?
In Wilderness, fünf Stunden von Kapstadt entfernt, entlang der Küste an einem 20 Kilometer langen Strand.

Wo relaxt es sich besonders gut nach einer harten Arbeitswoche?
Babylonstoren ist der beste Ort der Welt für ein entspanntes Wochenende (Klapmuts Simondium Road, Franschhoek 7670). Außer dem erstklassigen Hotel und Spa findet man dort eines der besten Restaurants Südafrikas, Babel. Ich probiere auch gerne die roten, grünen und gelben Säfte im Greenhouse Tea Garden. Außerdem kann ich Stunden in den Gärten des Grundstücks verbringen – einfach zauberhaft.

Ihr absolutes Lieblingsrestaurant in Kapstadt?
The Test Kitchen in Woodstock (The Old Biscuit Mill, 375 Albert Road). Luke Dale-Roberts ist ein einzigartiger Koch – obwohl er weltweit auf den Top Listen steht, ist er völlig unprätentiös und kreiert Gerichte, die seine Persönlichkeit zeigen. Es ist unglaublich, was er mit Geschmackskombinationen macht und immer ein Erlebnis, das Restaurant zu besuchen, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt.

Und wo treffen Sie Freunde auf einen Drink?
Im Garten des Mount Nelson Hotels (76 Orange Street). Die „Pink Lady“, wie das rosafarbene Hotel liebevoll genannt wird, serviert die besten Cocktails der Stadt – und einen irren High Tea!

Eine weitere Hotel-Empfehlung für Kunst-Gesonnene?
Im Ellerman House findet man eine der größten privaten Kunstkollektionen des Landes – Kunst an jeder Wand. Der neue spiralenförmige Weinkeller mit seinem innovativen Design ist auch einen Besuch wert (180 Kloof Road).

 

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