Thüringen

Thüringen: Bauhaus mal anders

Bauhaus und Thüringen, das geht Hand in Hand. Viele der architektonischen Highlights des markanten Stils liegen aber etwas abseits der typischen Pfade. Wir stellen einige davon vor.

Thüringen ist die Wiege des Bauhaus-Stils. Hier entstand, ausgehend von genialen Denkern, Architekten und Stadtplanern, eine der wichtigsten Kunstschulen überhaupt. Und das vor bereits 100 Jahren. Heute lebt Bauhaus immer noch. Und zwar nicht nur in Weimar und Dessau.

Der Eiermannbau Apolda

Wo früher Feuerlöscher produziert wurden, steht heute ein Highlight der Industriebaukultur: der Eiermannbau. 1906 errichtet und 1938 von Architekt Egon Eiermann umgestaltet, war das Gelände Sitz des Feuerlöscherwerks „Total Apolda“. Bis es 1993 still gelegt wurde. Seitdem war das Nutzungskonzept lange unklar. Heute ist das Gebäude Teil der Internationalen Bauausstellung Thüringen, kurz IBA. Sie hat nicht nur ihre Geschäftsstelle in die alten Fabrikshallen verlegt. Hier soll in den kommenden Monaten vor allem ein Ort für Handwerk und Produktion entstehen. Eine Art „Open Factory“ zum Netzwerken, für junge Künstler und Kreative, die sich in den Räumen einmieten können.

Eiermannbau Foto Thomas Müller © Impulsregion Erfurt-Weimar-Jena-Weimarer Land

Das Bauhaus-Hotel Probstzella

Das einzige Bauhaus-Hotel „Haus des Volkes“ steht in Probstzella. Die stilvolle Unterkunft wurde 1925 als Hotel und kulturelles Zentrum erbaut. Interiorgestaltung übernahmen die Künstler des Bauhauses Dessau. Die Zimmer sind schlicht, im Restaurant „Blauer Saal“ fühlt man sich – umgeben von hellblauen Wänden und kantigen Formen – wie ins letzte Jahrhundert katapultiert. Farblich dominieren im gesamten Hotel Rostrot und Schwarzblau. Good to know: Das Haus des Volkes zählt zu den wenigen tatsächlich realisierten Beispielen von Bauhausarchitektur in Thüringen.

© Bauhaushotel, Haus des Volkes

Das Haus Auerbach

Nicht ganz so groß wie das Haus des Volkes aber mindestens genauso interessant: das Haus Auerbach in Jena. Walter Gropius hat die weiße Villa gemeinsam mit Adolf Meyer im Jahr 1924 errichtet. Sie liegt in leichter Hanglage und glitzert aufgrund eines besonderen mineralischen Putzes, wenn die Sonne darauf scheint. Das Haus Auerbach ist eines von sechs Privathäusern, die Gropius in Deutschland gebaut hat.

© Jena-Kultur, Fotograf: Frank Müller