Kapstadt

Insider Kapstadt: Chris van Niekerk

Africandy ist Südafrikas neuer Onlinedesignshop. Die Idee stammt vom Architekten und Interiordesigner Chris van Niekerk. Er lebt in Kapstadt.

Chris van Niekerk leitet das Architekturbüro The Fold Architecture in Kapstadt. Vor kurzem lancierte er zudem Africandy – über den Onlineshop verkauft er Möbel und Kunstobjekte renommierter südafrikanischer Designer. Der Mann hat Geschmack.

Wie hat sich Kapstadt in den letzten Jahren verändert?
Ich finde die Infrastruktur der Stadt hat sich seit der Fußball-WM 2010 sehr verbessert. Ich bin auch froh, dass langsam mehr auf Fahrradfahrer und Fußgänger geachtet wird. Und – die meisten südafrikanischen Designer und Künstler sind in Kapstadt zu Hause. Es ist also ein produktiver Ort, um Ideen und Konzepte zu realisieren.

Kapstadts aufstrebende Gegend?
Woodstock natürlich, denn aus geografischer Sicht kann sich die Stadt nicht anders weiterentwickeln – da sind die Berge im Weg. Woodstock kann mit Shoreditch und Hackney in London verglichen werden, auch wenn es nicht so aufgewertet ist. Viele Designer und Künstler arbeiten hier – am Abend wirkt es aber leider eher wie eine Geisterstadt.

Welche südafrikanischen Designer sollten wir uns auf Africandy genau anschauen?
Wir finden ständig neue Designer. Meine Auswahl ist dabei immer intuitiv, wobei Integrität, technische Raffinesse und Qualität sehr wichtig sind. Zu meinen Favoriten zählen Pieter Hennings Label Mock Mock, Ruan Hoffmans Papier-Keramik und seine Kollaborationen mit Cle, Nic Bladens toller Schmuck, Dokter & Misses und Joe Paine, dessen Werke eher auf einer Johannesburg-Ästhetik basieren.

Wo kaufen Sie als Architekt und Designexperte Möbel ein?
Die besten örtlich hergestellten Produkte natürlich bei Africandy. Internationale Marken kaufe ich von Crema Design (Ecke Main & Upper Portswood Rds, Green Point). Ich würde nie Firmen unterstützen, die Container voller Billigkopien aus dem Osten importieren.

Kleidung macht den Mann! Wo?
Ich liebe den südafrikanischen Designer Keith Henning vom Label Adriaan Kuiters (73 Kloof Street). Klassische Schnitte, wunderschön gefertigt.

Wie verbringen Sie einen gemütlichen Samstagvormittag?
Zuerst am Neighbourgoods Market (Old Biscuit Mill, Woodstock), auch wenn’s dort schnell sehr voll wird. Und dann bei einem entspannten Brunch im Café Superette (66 Albert Road).

Ein ausgiebiger Lunch im Weingebiet steht an – wohin fahren Sie?
Zum spektakulären Babylonstoren in Franschhoek (Klapmuts/Simondium Road). Das Restaurant, Babel, muss man schon Monate im Voraus buchen, aber selbst ein Spaziergang im Garten und ein kleiner Happen im Tea Garden sind ein außerordentliches Erlebnis.

Zurück nach Kapstadt für’s Abendessen. Wie lautet Ihr Tipp?
Ich mag Bistrot Bizerca (Heritage Square, 98 Shortmarket Street). Ganz neu ist der Pot Luck Club, am Dach der alten Getreidemühle in Woodstock (The Old Biscuit Mill) – ich war noch nicht dort, aber habe gehört, dass es fantastisch sein soll. Es gibt hier viele tolle Lokale, die gute Küche zu erschwinglichen Preisen bieten.

Und welches Hotel empfehlen Sie uns?
Da habe ich gehobenen Geschmack – Babylonstoren hat schöne Suiten, auch das Alphen in Constantia (Alphen Drive). Ellerman House in Bantry Bay ist im Besitz einer beachtlichen südafrikanischen Kunstsammlung (180 Kloof Road). Winchester Mansions in Seapoint ist auch nett (221 Beach Road).

Gehen wir noch auf einen relaxten Drink!
Tjing Tjing (165 Longmarket Street) ist nur drei Minuten von meinem Haus entfernt. Zieht hippe Leute an, ohne prätentiös zu sein und die Musik ist cool. Auch Clarke’s (133 Bree Street) – ich trinke dort immer ein gewisses Ale: Citizen Alliance.

Der Strand ruft. An welchem entspannt es sich besonders gut?
Clifton 2 oder 3. Oder Bakoven, kommt immer ganz auf die Leute an. Alles schöne Strände. Und das kühle Wasser ist sehr erfrischend!

Meistgeklickte Locations